Hämorrhoiden – nicht gefährlich, aber unangenehm

Hämorrhoiden

Hämorrhoiden sind zwar nicht gefährlich, können aber sehr unangenehm und schmerzhaft werden. Wir erklären, was Betroffene tun können und wie sie vorbeugen.

Die Zahl der Hämorrhoiden-Betroffenen steigt mit zunehmendem Alter. Über die Hälfte aller 50-Jährigen leidet an einer Hämorrhoidal-Erkrankung. Nicht alle Beschwerden am After müssen Hämorrhoiden sein. Es kann sich auch um Analfissuren, Entzündungen oder Ekzeme handeln. Ein Arztbesuch bringt Klarheit.

Anzeichen für Hämorrhoiden

Neben Druckgefühl beim Sitzen ist hellrotes Blut im Stuhl ein typisches Zeichen für Hämorrhoiden. Oft werden diese Symptome von Schmerzen und Juckreiz am After begleitet. Ist das Blut dunkelrot, weist das auf eine andere Darmerkrankung hin. Blut im Stuhl ist immer verdächtig und sollte einen Arztbesuch nach sich ziehen. Auch ernste Erkrankungen wie Tumore können der Grund sein. Je früher mit der Behandlung von Hämorrhoiden begonnen wird, desto größer sind die Aussichten auf Erfolg. Schwere Stadien lassen sich nicht mehr so einfach therapieren.

Richtige Intimreinigung beachten

Die richtige Intimreinigung bei hämorrhoidalen Beschwerden kann das Fortschreiten der Krankheit aufhalten. Denn das Wischen des ohnehin schon empfindlichen Analbereichs durch Papier oder auch Feuchttüchern reizt den Bereich noch weiter. Viel schonender erfolgt die Reinigung nach dem Stuhlgang durch Wasser. Dafür eignen sich Bidets, Handbrausen oder Dusch-WCs. Da die Anschaffungs- und Installationskosten recht hoch sind, empfehlen wir mobile Bidets in Form von paktischen Flaschen wie HappyPo Po-Dusche.

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Was sind Hämorrhoiden?

Hämorrhoiden sind Schwellkörper am Enddarm, die jeder Mensch besitzt und braucht, denn ohne das gut durchblutete Gewebe wären wir inkontinent. Erst bei ihrer Vergrößerung kommt es zu Beschwerden. Hämorrhoiden umschließen den Enddarm ringförmig, so dass ein Gefäßpolster entsteht. Das Geflecht aus Adern dichtet den Darm zusammen mit dem Schließmuskel wie ein Ventil ab. Ist der Stuhl hart und trocken oder verhalten Sie die Darmentleerung, werden die Gefäße gestaut. Es bilden sich knotenartige Vergrößerungen, wie man sie auch von Beinvenen kennt. Hämorrhoiden treten in vier Stadien auf. Sie können so groß werden, dass sie aus dem After heraustreten. Je stärker die Polster, desto stärker sind auch die Beschwerden.

Die vier Hämorrhoiden-Stadien

In der Anfangsphase sind Hämorrhoiden zwar vergrößert, aber von außen nicht sichtbar. In der nächsten Stufe treten sie beim Stuhlgang aus dem After heraus und ziehen sich anschließend wieder nach innen. In der dritten Stufe kann es bei schwerer körperlicher Betätigung passieren, dass sie spontan herausrutschen. Nun ziehen sie sich auch nicht mehr von alleine zurück, können aber per Hand zurückgeschoben werden. Im letzten Stadium ist auch diese manuelle Korrektur nicht mehr möglich.

Falsche Ernährung, Bewegungsmangel und weitere Ursachen

Die Ursachen sind vielfältig, auch die genetische Veranlagung zu Bindegewebsschwäche spielt eine Rolle. In der Hauptsache sind es eine ballaststoffarme Kost und Bewegungsmangel, die Hämorrhoiden entstehen lassen. Trinkt der Betreffende zudem wenig, hat er ein besonders hohes Risiko für Hämorrhoiden. Sitzende Tätigkeiten begünstigen das Leiden ebenfalls. Auch die Gewohnheiten beim Toilettengang wirken sich aus. Wer bei hartem Stuhl stark presst, bekommt auf Dauer Probleme. Wer seinen natürlichen Stuhldrang unterdrückt, erzeugt damit Verstopfung. Das wiederum begünstigt Hämorrhoiden. Bindegewebsschwäche, die bei Frauen häufig nach der Menopause auftritt, hat ebenfalls Einfluss auf die Entstehung von Hämorrhoiden. Die regelmäßige Einnahme von Abführmitteln ist ebenso schädlich wie lange Toilettensitzungen, da sie den Druck auf den After erhöhen. Ein weiterer Auslöser ist der Missbrauch von Abführmitteln. Schwangeren bekommen häufig im letzten Drittel der Schwangerschaft und durch den Geburtsvorgang (Presswehen) Hämorrhoiden.

Ursachen für Hämorrhoiden:

  • Ballaststoffarme Ernährung
  • Bewegungsmangel
  • Bindegewebsschwäche
  • Zu wenig trinken
  • Ständiges starkes Pressen beim Stuhlgang

Übergewicht und Hämorrhoiden

Übergewicht kann zu Hämorrhoiden führen, denn jedes Kilo zu viel erhöht den Druck auf den Enddarm. Sie können vorbeugen, indem Sie Ihre Ernährung optimieren und die Blutgefäße stärken. Übergewicht abbauen beugt Hämorrhoiden und Gelenkerkrankungen vor und ist aus medizinischer Sicht immer sinnvoll.

So beugen Sie Hämorrhoiden vor

Ist der Körper inaktiv, wird auch der Darm träge. Das führt zu Verstopfung mit den beschriebenen Folgeerscheinungen. Viel Bewegung, genug trinken und ballaststoffreiche Kost sind die wichtigsten Maßnahmen zur Vorbeugung. Diese Regeln gelten für jede Lebensphase und sind für die Gesundheit jedes Menschen wichtig.

Hämorrhoiden vorbeugen:

  • Ausreichend bewegen
  • Ausreichend trinken
  • Ballaststoffreich ernähren

Ballaststoffe zur Vorbeugung

Alle Lebensmittel mit vielen Ballaststoffen sind zur Vorbeugung von Hämorrhoiden geeignet. Eine ballaststoffreiche Ernährung hilft nicht nur gegen Hämorrhoiden, sie schützt auch vor Arteriosklerose und senkt damit das Herzinfarktrisiko. Auch Cholesterinspiegel und Blutzuckerspiegel werden durch ausgewogene Kost positiv beeinflusst. Durch die Aktivierung der Darmtätigkeit können Sie neben Hämorrhoiden auch Darmkrebs vorbeugen. Lediglich bei akuten Darmerkrankungen, die Schonkost verlangen, ist die faserreiche Ernährung nicht empfehlenswert. Nach Abklingen der Akutphase dürfen Sie jedoch wieder ballaststoffreich essen.

Frisches Obst, Gemüse und Vollkorn

Frisches Obst und Gemüse sollten täglich auf dem Speisezettel stehen. Vollkornnudeln und Naturreis, Nüsse, Hülsenfrüchte und rohe Möhren eignen sich bestens zur Förderung weichen Stuhls. Wählen Sie statt Weißbrot besser Mehrkornbrot und Leinsamenbrot. Beerenfrüchte, Sauerkraut und Kohlgemüse regulieren die Verdauung ebenfalls. Apfelsinen und Äpfel enthalten viele Ballaststoffe und erzeugen ein schnelleres Sättigungsgefühl, da sie schon im Magen aufquellen. So können sie auch Diäten unterstützen.

Pflanzliche Mittel gegen Hämorrhoiden

Zur Kräftigung der Gefäße gibt es zahlreiche Kräuter, deren naturheilkundliche Wirkung belegt ist. Äußerlich wirken Salben und Tinkturen mit Hamamelis. Sie reduzieren den Juckreiz und entzündliche Prozesse. Auch Mittel mit Rosskastanienextrakt, die bei Krampfadern zum Einsatz kommen, sind hilfreich.

Was sollten Sie als Hämorrhoiden-Patient vermeiden?

Viel Sitzen macht den Darm träge. Lange Sitzungen auf der Toilette sind ebenfalls ungünstig. Verzichten Sie auf Weißmehlprodukte und scharfe Gewürze wie Chili und Pfeffer. Sie reizen nur zusätzlich und führen zu krampfartigen Entleerungen, die zusätzlich Druck im Analbereich erzeugen. Vermeiden Sie stopfende Lebensmittel wie Schokolade, Kakaogetränke und Bananen. Trinken Sie möglichst wenig Alkohol, denn Alkohol fördert die Durchblutung und verstärkt die Beschwerden von Hämorrhoiden. Verwenden Sie kein feuchtes Toilettenpapier, sondern eine Po-Dusche wie HappyPo Mobiles Bidet. Vermeiden Sie alle Sportarten, die kräftige Sprünge mit sich bringen. Das belastet den Beckenboden zu sehr. Auch Krafttraining ist aufgrund des starken Pressens ungeeignet.

Vermeiden Sie:

  • Lange Toilettensitzungen
  • Weißmehlprodukte
  • Alkoholische Getränke
  • Krafttraining

Therapie anhängig vom Stadium

Die Therapie hängt vom Stadium der Erkrankung ab. Bei akuten Beschwerden können Zäpfchen und Salben Linderung bringen. Sind die Knoten sehr ausgeprägt, hilft oft nur ein operativer Eingriff. Im Anfangsstadium spritzt der Arzt ein Medikament in die Hämorrhoiden, so dass sich die Schwellkörper wieder zusammenziehen können (Injektionstherapie oder Verödung). In der zweiten Phase ist es gängige Praxis, einen Gummiring über den erweiterten Teil der Hämorrhoiden zu stülpen und ihn damit abzubinden (Gummibandligatur). Nach etwa zwei Wochen fällt der abgestorbene Gewebeteil beim Toilettengang ab. Die Verödungstherapie kommt für Hämorrhoiden ersten und zweiten Grades infrage. Die Stadien drei und vier machen eine Operation notwendig. Dabei wird das überschüssige Gewebe chirurgisch entfernt.

Operation in schweren Fällen

Eine Operation (Hämorrhoidektomie) wird nur dann angewandt, wenn andere Methoden versagt haben. Bei Fisteln und Abszessen darf sie nicht durchgeführt werden. Zur Entfernung von Hämorrhoiden gibt es heute mehrere Techniken, die nach ihren Entwicklern wie zum Beispiel Parks, Milligan-Morgan oder Ferguson benannt wurden.

Was wird bei einer Hämorrhoiden-OP gemacht?

Bei allen Eingriffen wird das knotenartige Gewebe herausgeschnitten, so dass sich die gesunden Bereiche regenerieren können. Sie werden unter Vollnarkose durchgeführt und machen einen mehrtägigen Krankenhausaufenthalt notwendig, da die Wundheilung recht langwierig sein kann. Vor dem Eingriff ist eine Darmspiegelung notwendig. Die neueste Technik ist die Stapler-Operation. Sie wird bei Hämorrhoiden dritten Grades angewendet. Mit einer Art Klammergerät entfernt der Arzt das befallene Gewebe und klammert das verbliebene wieder an der Analschleimhaut fest. Die postoperativen Beschwerden sind hier am geringsten.

Fazit Hämorrhoiden

Die meisten Mediziner sehen in Hämorrhoiden eine Zivilisationskrankheit, die eng mit einer ungesunden Lebensweise zusammenhängt. Hämorrhoiden in leichter Form kann man selbst mit einer Ernährungs- und Verhaltensänderung entgegen wirken. Wichtig hierbei ist vorbeugenden Maßnahmen ausreichend Beachtung zu schenken. Bei akuten oder schweren Fällen helfen Medikamente und operative Eingriffe. In jedem Fall wird der behandelnde Arzt eine geeignete Therapie anbieten.