Gerüche neutralisieren – 8 Tipps, wie Sie Uringeruch entfernen

Menschen mit Inkontinenz, Pflege-Personal und -Einrichtungen, aber auch Tierbesitzer kennen das Problem mit unangenehmen Gerüchen. Aber wie kommt es zu Uringeruch im Haus und wie kann man ihn effektiv neutralisieren, oder auch gar nicht erst aufkommen lassen? Wir geben Ihnen 8 Tipps, wie Sie schlechte Gerüche beseitigen können.

Frau mit Geruchsneutralisierer

Warum stinkt Urin – Wie entsteht der Geruch?

Um Uringeruch zu neutralisieren, sollte man erst einmal wissen, wann und warum Urin überhaupt anfängt unangenehm zu riechen.

Im Optimalfall lässt man den schlechten Geruch gar nicht erst aufkommen.

Frischer Urin riecht im Normalfall nämlich neutral und ist leicht gelb oder fast durchsichtig. Es gibt einige Krankheiten, wie Harnwegsinfekte oder verschiedene Stoffwechselstörungen, die den Urin übelriechend machen können. Auch bestimmte Lebensmittel, wie Knoblauch, Zwiebeln und natürlich Spargel können kurzzeitig den Uringeruch verändern. Hauptursache für schlechten Uringeruch ist aber, dass der Urin zu lange mit Sauerstoff in Berührung kommt und dadurch Bakterien den Harn in Ammoniak und Kohlendioxid zersetzen können. Der typische, beißende Ammoniak-Geruch entsteht.

Tipp 1 – Erste Hilfe bei Uringeruch

Zunächst ist es wichtig die Geruchsquelle auf Teppich, Wäsche, Matratze usw. am besten sofort zu beseitigen.

Schnell sein, ist hier alles.

Der Urin, oder andere mögliche Geruchsquellen sollten gar nicht erst eintrocknen und zu lange der Luft ausgesetzt sein. Zudem ist alles Feuchte besser aus Textilien zu entfernen, als Eingetrocknetes. Man kann beispielsweise Urin mit einem Küchentuch aufsaugen, solange er noch nicht trocken ist. Salz kann dabei helfen, die Flüssigkeit schnell zu binden. Anschließend saugt man dieses am besten ab. Auch Katzenstreu, oder Reis können zum schnellen Aufsaugen auf Teppichen und Polstern hergenommen werden.

Tipp 2 – Schlechte Gerüche aus der Wohnung vertreiben

Riecht die Wohnung, die Pflegeeinrichtung oder auch Kita schlecht, dann ist mit einigen Tricks bald wieder ein freies Durchatmen möglich. Die einfachste Möglichkeit für gute Luft zu sorgen ist neben dem guten Durchlüften ein Luftreiniger. Dieses Gerät saugt die (schlechte) Luft an und gibt sie gefiltert und neutral riechend wieder aus. Es gibt bei einigen Herstellern von Luftreinigern auch spezielle Filter für schlechte Gerüche, die separat erhältlich sind. Es ist bei diesen Luftreinigern darauf zu achten, dass sie an die Zimmergröße angepasst sind. Achten Sie also immer auf die Quadratmeterzahl. Wem diese Methode zu kostenintensiv ist, kann aber auch auf Hausmittel zurückgreifen. Hier ist als erstes Essig zu nennen. Füllen Sie Gefäße mit Wasser und einem guten Schuss Essig und stellen diese überall im Haus auf. Nach einiger Zeit wird der Essig den unangenehmen Geruch neutralisieren. Auch chemisch können Sie einiges tun. Es gibt sogenannte Geruchsneutralisierer, die man im Raum versprühen kann, die Gerüche aufnehmen und neutralisieren. Haben Sie gelüftet, die Luft mit Essig oder Luftreiniger gewaschen und es müffelt immer noch? Dann könnte es an Ihren Polstern, Kissen und Decken liegen. Waschen Sie auch einmal alle Kissen aus Betten und auf Sofas, oder Tierbetten. Nicht nur die Bezüge, sondern auch das Innere! Auch Decken und andere Textilien können nach langem Gebrauch anfangen zu stinken. Besonders bei Kindern und Tieren ist diese Methode sehr hilfreich.

Tipp 3 – Unangenehme Gerüche aus Polstern bekommen

Unangenehme Gerüche setzen sich leider schnell in Polstern und Möbeln fest. Versuchen Sie zunächst immer erst, ob sich der Bezug Ihres Möbels abziehen und waschen lässt. Dann kann das darunter liegende Polster mit einer Essig-Wasser (1:2) Mischung abgewaschen werden. Lässt sich der Bezug nicht abnehmen, sollten Sie zunächst an einer nicht sichtbaren Stelle ausprobieren, ob die Essigmischung den Bezug zu sehr schädigt. Möglich ist es auch Polstermöbel mit Natron oder Backpulver zu bestreuen und über Nacht einwirken zu lassen. Am nächsten Tag einfach absaugen und der Geruch sollte vom Pulver absorbiert worden sein. Mit Salz können Sie ebenfalls versuchen, den Geruch aus dem Polster zu ziehen. Hier ist die Einwirkzeit aber mit einer viertel Stunde nicht so lang.

Tipp 4 – Uringeruch in der Matratze neutralisieren

Gerade bei Inkontinenz ist es schnell passiert, dass etwas auf die Matratze gelangt. Ist die Matratze verunreinigt und ist die Verunreinigung bereits eingezogen und eingetrocknet, entstehen schnell unangenehme Gerüche. Als Vorbeugung empfehlen wir immer unseren Kunden einen geeigneten Matratzenschutz zu benutzen. Am besten haben sich eine Kombination aus Matratzenschutzhülle und waschbarer Krankenunterlage bewährt. Ist es aber passiert, dann hat sich auch hier eine Wasser-Essig-Mischung bewährt. Am besten füllen Sie diese in eine Sprühflasche und bringen die Mischung großzügig auf die zu behandelnde Stelle auf. Auch Backpulver und Salz können wieder zum Einsatz kommen. Mit einer Bürste eingerieben, verstärkt sich die Wirkung noch einmal. Da auf einer Matratze keine Entfärbungen zu befürchten sind, kann hier großzügiger dosiert und geschrubbt werden.

Tipp 5 – Uringeruch aus der Wäsche entfernen

Eine sehr effiziente Methode, Verunreinigungen und Gerüche aus Ihrer Wäsche zu entfernen, ist ein desinfizierendes Waschmittel. Durch die gründliche Entfernung der geruchsauslösenden Bakterien, wird Ihre Wäsche wieder geruchsneutral. Hängen Sie die Wäsche am besten zum Trocknen nach draußen an die frische Luft, dies unterstützt den Effekt noch einmal. Stark verunreinigte Wäsche wieder frisch und sauber zu bekommen, ist auch mit einem Päckchen Backpulver machbar. Einfach in die Waschmaschine zum regulären Waschpulver geben und ein passendes Programm starten.

Bei allen Methoden empfehlen wir die verunreinigte Wäsche immer separat von der restlichen Wäsche zu waschen.

Tipp 6 – Geruch aus Teppich entfernen

Der Teppich ist oft ein stark beanspruchtes Wohnaccessoire. Vor allem Tierbesitzer können ein Lied davon singen. Katzen- und Hundeurin, Erbrochenes, Straßendreck und allerlei Lebensmittel können auf einem Teppich landen. Der Geruch ist oft das Überbleibsel und zwingt häufig zum Entsorgen des Teppichs. Damit es gar nicht erst so weit kommt, ist es auch hier wichtig schnell zu handeln. Sobald die Verunreinigung stattgefunden hat, sollten Sie diese rasch entfernen. Saugen Sie so viel Flüssigkeit und Dreck mit einem Küchentuch heraus wie möglich. Anschließend auch hier mit einem Essig-Wasser-Gemisch abwaschen. Backpulver, oder Salz können auch hier Restflüssigkeit und Gerüche herausziehen. Dabei ist es wichtig, den Teppich danach gründlich abzusaugen. Testen Sie vorher immer an einer unauffälligen Stelle, ob Backpulver/Salz/Essig den Teppich verfärben. Ist dies der Fall, greifen Sie lieber auf professionelle Reinigungsmittel, speziell für Teppiche zurück. Auch diese werden aufgestreut, wirken ein und werden anschließend abgesaugt.

Tipp 7 – Schlechten Geruch bei Inkontinenz vermeiden

Der wichtigste Tipp: wechseln Sie regelmäßig Ihre Inkontinenzmaterialien. Denn Geruch entsteht erst, wenn der Urin zu lange mit Luft in Berührung kommt und eintrocknet. Auch Kotausscheidungen müssen sofort entfernt werden. Je länger diese in der Windel verbleiben, desto mehr macht sich der Geruch im Haus breit. Benutzen Sie am besten abgeschlossene, spezielle Windeleimer, wie z.B. von Janibell. Diese verhindern ebenfalls, dass der Geruch an die Luft kommt. Hier werden die Windeln und Vorlagen in einen Folienschlauch eingewickelt und durch den Deckel abgeriegelt. Waschen Sie regelmäßig Ihre Wäsche mit desinfizierendem Waschmittel, vor allem die mit Inkontinenzmaterial in Berührung kommt. Benutzen Sie nach dem Wechsel der Inkomaterialien einen Geruchsneutralisierer. Oberflächen im Bad oder am Pflegeplatz immer mit einem Flächendesinfektionsmittel reinigen, hilft ebenfalls dabei, Bakterien, die Geruch auslösen, das Leben schwer zu machen. Es gibt ebenfalls Windeln und Vorlagen, die mit einem patentierten Geruchsschutz ausgerüstet sind. Wichtig ist in jedem Fall, dass die Windel Flüssigkeit sehr schnell aufsaugt und im Kern bindet, damit die Zersetzung des Urins gar nicht erst stattfindet.

Zusammenfassung Inkontinenz Gerüche verhindern

  • Regelmäßig Inkontinenzmaterial wechseln
  • Kotausscheidungen sofort entfernen
  • spezielle Windeleimer benutzen
  • regelmäßig die Wäsche mit desinfizierendem Waschmittel waschen
  • Geruchsneutralisierer verwenden
  • Flächendesinfektion für Bad und Pflegeplatz anwenden
  • Windeln mit Geruchsschutz und schneller Saugleistung wählen

Tipp 8 – Hausmittel gegen unangenehme Gerüche

Die beliebtesten Hausmittel bei der Geruchsentfernung sind Essig, Salz und Backpulver oder Natron. Diese können fast immer und überall zum Einsatz kommen. Aber auch natürliche Geruchsstoffe, wie Lavendel, sind eine interessante Alternative zu chemischen Geruchsneutralisierern. Auch Kaffeepulver auf dunklen Materialien hat sich bewährt, gut eingebürstet, sehr zuverlässig Gerüche zu entfernen. Aber auch ein Schuss farblose Mundspülung in Wasser gemischt, kann zum Beispiel gut gegen Geruch von Tierurin helfen.

Zusammenfassung Hausmittel, die Geruch neutralisieren

  • Essig
  • Salz
  • Backpulver und Natron
  • Lavendel
  • Kaffeepulver
  • Mundspülung mit Wasser

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