Inkontinenz bei Männern

Tritt Inkontinenz bei Männern nur im hohen Alter auf? Leider falsch, denn Männer jeden Alters können von Blasenschwäche betroffen sein. Lesen Sie hier, was Männer tun können.

Inkontinenzformen bei Männern

Blasenschwäche und Inkontinenz bei Männern ist weiter verbreitet, als man denken mag. Allein in Deutschland sind insgesamt 10 Millionen Männer und Frauen betroffen. Und die Zahl der betroffenen Männer steigt jedes Jahr weiter. Dabei unterscheiden sich die Ursachen und auch Therapien der Blasenschwäche bei Männern von denen der Frauen. Je weiter das Alter fortschreitet, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass Sie als Mann von einer Blasenschwäche betroffen sind. Bei Frauen beginnt dies viel früher auf Grund von Schwangerschaft, Entbindung und den körperlichen Voraussetzungen. Jedoch sollte Inkontinenz bei Männern keine Panik auslösen. Denn mittlerweile gibt es eine Reihe an Therapiemöglichkeiten und eine gute Versorgung mit Inkontinenzeinlagen speziell für Männer.

Inkontinenz kommt in vielen verschiedenen Formen, meist trifft es Männer im fortgeschrittenen Alter. Aber auch jüngere Männer, vorrangig mit Vorerkrankungen, sind betroffen. In diesem Beitrag zeigen wir Ihnen die häufigsten Formen der Harninkontinenz bei Männern und deren Ursachen. Denn bei Männern tritt nicht jede Inkontinenzform gleich häufig auf.

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Belastungsinkontinenz bei Männern

Bei der Belastungsinkontinenz kommt es zu einem unwillkürlichen Urinverlust, sobald sich der Druck im Bauchraum erhöht. Dies kann bei alltäglichen Ereignissen wie Husten, Niesen oder Lachen ausgelöst werden. Das Tragen und Anheben schwerer Gegenstände ist ebenfalls eine häufige Ursache für den ungewollten Harnverlust. Dabei kann eine leichte Inkontinenz auftreten, in ausgeprägten Fällen geht ein Schwall an Urin ab. Typisch für die Belastungsinkontinenz ist, dass kein Harndrang gespürt wird, bevor es zum Urinabgang kommt. Meist leiden Frauen an dieser Form der Blasenschwäche, da ihr Beckenboden durch Geburt und Schwangerschaft häufig geschwächt wurde. Bei Männern tritt diese Form der Belastungsinkontinenz fast nur nach Operationen an der Prostata auf, wenn durch die teilweise innere Entfernung der gutartig vergrößerten Prostata oder die komplette Entfernung der bösartig entarteten Prostata die Halte- und Kompressionsmechanik im Becken geändert wurde.

Dranginkontinenz bei Männern

Bei der Dranginkontinenz kommt es hingegen zu einem plötzlichen, sehr starken Harndrang, obwohl die Blase gar nicht voll ist. Auch ein kurzer Weg zur Toilette ist dann oft schon zu weit und der Urin geht in einem Schwall ab. Dieser überraschende Harndrang kann mitunter stündlich auftreten und behindert den Alltag sehr stark. Die Ursachen für diese überaktive Blase oder auch Drangblase sind sehr vielfältig und müssen sorgsam abgeklärt werden. Eine alles lösende Medikation gibt es dafür fast nie.

Überlaufinkontinenz bei Männern

Hier kann sich die Blase nicht mehr vollständig entleeren. Sie ist dauerhaft voll und der Urin läuft im wahrsten Sinne des Wortes einfach über. Es entsteht das Gefühl „undicht“ zu sein. Ein ständiges Tröpfeln wie bei einem lecken Rohr oder dem Überlaufen einer Regentonne. Die Ursache ist meist eine Prostatavergrößerung, die die Harnröhre abdrückt und somit eine Entleerung der Harnblase verhindert. Seltener ist die Ursache eine Vernarbung der Harnröhre als Verbindung von der Blase zur Penisspitze oder auch einer Muskelerkrankung der Blase, so dass kein Blasendruck mehr aufgebaut werden kann. Männer brauchen dann oft sehr lange auf der Toilette, da der Urin nur in einem kleinen Strahl abgeht.

Mischinkontinenz bei Männern

Die Mischinkontinenz als Kombination einer Belastungs- und Dranginkontinenz ist bei Männern sehr selten, weil Männer außer nach Operationen nur selten eine Belastungsinkontinenz haben. Dahingegen kann eine Überlaufinkontinenz als Belastungsinkontinenz falsch gedeutet werden. Ein erfahrener Arzt wird dies alleine durch eine per Ultraschall feststellbare große Restharnbildung aber sehr schnell entdecken.

Ursachen für Inkontinenz beim Mann

Es gibt viele mögliche Ursachen für eine Harninkontinenz. Diese reichen von eher mechanischen Ursachen, wie einer vergrößerten Prostata mit dadurch ausgelösten Passagestörungen des Urin, bis hin zu Krankheiten wie Diabetes mellitus, Multiple Sklerose, Morbus Parkinson oder einem Schlaganfall. Diese Erkrankungen können das komplizierte Zusammenspiel der zentralen Steuerungsstelle, dem Miktionszentrum im Gehirn über das Rückenmark bis zur Nervenversorgung der Blase, schädigen. Dadurch kann es zu einer Übererregbarkeit der Blase, aber auch einer Schwächung des Blasenmuskels kommen, wie beispielsweise beim Diabetes mellitus. Sehr schwer ist die Rolle der psychischen Beeinflussung beispielsweise durch Stress oder emotionale Belastungen abzuschätzen, diese spielt aber im Einzelfall sicher eine bedeutsame Rolle.

Prostatavergrößerung, die häufigste Ursache für Blasenschwäche beim Mann

Die Prostata (Vorsteherdrüse) liegt unterhalb der Blase und umschließt die Harnröhre. Die häufigste Ursache für Blasenbeschwerden durch einschießende Drangattacken mit einem beginnenden Urinverlust ist beim Mann eine Prostatavergrößerung. Es gibt eine Vielzahl von Gründen, warum es zu der Prostatavergrößerung kommt. Ohne dass es definitiv geklärt ist, hat es sicher etwas mit dem Stoffwechsel der männlichen Geschlechtshormone zu tun. Vermutlich reagieren die Rezeptoren der Prostatazellen bei den Männern unterschiedlich, was erklären würde, warum einige Männer ein starkes und andere kaum ein Prostatawachstum zeigen. Darüber hinaus sind es vermutlich Entzündungen, die zum Organwachstum führen. Ein weiteres Phänomen zeigt, dass übergewichtige Männer ebenfalls ein erhöhtes Risiko zur Prostatavergrößerung haben.

Warum eine Prostatavergrößerung zu Inkontinenz führen kann

Durch die Vergrößerung der Prostata kann es zu einer Verengung der Harnröhre in der Prostata kommen, so dass sich die Blase nur noch unvollständig entleert. Mitunter kommt es dann zu einer Überlaufblase, bei der immer geringe Mengen an Urin ausgepresst werden oder überlaufen, um ein Platzen der Blase zu vermeiden.
Häufiger ist aber, dass der permanente Überdruck in der Blase zu Veränderungen im Blasenmuskel führt. Der Muskel muss immer stärker arbeiten, um den Urin auszudrücken. Dadurch kommt es zu einer teilweise starken Verdickung des Blasenmuskels. In diesem krankhaft verdickten Blasenmuskel kommt es dann zu Durchblutungsstörungen und elektrischen Fehlschaltungen, die zu Irritationen führen. Man kann sie mit Rhythmusstörungen des Herzens vergleichen. Diese Drangattacken sind teilweise so heftig, dass es auch zu einem Urinverlust kommt.

Inkontinenz bei Männern nach Prostata OP

Anders ist die Situation, wenn es nach einer kompletten Prostataentfernung (Prostatektomie) zu einer Harninkontinenz kommen kann. Hierbei können muskuläre und andere Bandstrukturen geschädigt werden, die eine regelhafte weitere Funktion behindern. Viel häufiger handelt es sich jedoch um eine zeitlich begrenzte Phase der Belastungsinkontinenz, da durch die Entfernung der Prostata ein Organ fehlt, das den darunter gelegenen Schließmuskel alleine durch die längerstreckige Verengung bei der Passage durch die Prostata unterstützt hat. Dann muss der Betroffene durch ein konsequentes Training der Beckenbodenmuskulatur den Schließmuskel trainieren. Die Situation ist mit einem Mann vergleichbar, der wochenlang im Bett gelegen hat und auf einmal wieder gehen will. Er wird für lange Strecken zu schwach sein und seine Muskulatur erst langsam wieder an die Arbeit des Laufens gewöhnen müssen. Deshalb berichten bis zu 95 Prozent der Operierten, dass sie ihre Kontinenz mitunter erst nach einigen Wochen zurückerhalten haben. Außerdem sind jüngere Männer nach solch einer Operation fast immer sehr viel schneller kontinent als ältere Männer, weil ihre Muskeln kräftiger und schneller trainierbar sind.

Mehr zum Thema Inkontinenz nach Prostata OP finden Sie in diesem Beitrag.

Blasenschwäche bei Männern in jüngeren Jahren

Selbstverständlich kann es auch bei jüngeren Männern zu einer Störung der Blasenfunktion kommen. Meist handelt es sich aber um Drangstörungen mit einem plötzlich einschießenden Harndrang. Sie können Folge einer früher durchlaufenen Entzündung der Prostata sein, aber im Einzelfall auch einmal die Folge einer bösartigen Erkrankung der Blase sein. Kommt es zu solchen Speicherproblemen der Blase, muss man auch an neurologische Erkrankungen wie beispielsweise Multiple Sklerose denken. Meist ist die Ursache der Drangstörung aber nicht eindeutig zuzuordnen, so dass man von einer so genannten idiopathischen Störung spricht. Das Auftreten einer Belastungsinkontinenz bei jüngeren Männern ist die absolute Ausnahme und bedarf einer intensiven Abklärung.

Behandlung Inkontinenz bei Männern

Bei den vielen verschiedenen Formen der Inkontinenz kann es keine pauschalen Therapieempfehlungen geben. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, welche Therapien, oder eventuell auch Medikamente für Sie die schonendste und sinnvollste Möglichkeit sind. Zusätzlich zu jeder Therapieform oder Medikamenten sind aber immer Inkontinenzhilfsmittel wie Inkontinenzeinlagen für Männer erforderlich, um eine akzeptable und für andere nicht erkennbare Akutversorgung zu ermöglichen.

Beckenbodentraining zur Prävention

Nicht nur Frauen, sondern auch Männer profitieren davon, dass sie durch gezielte Beckenbodenübungen die Muskulatur kräftigen. Das hilft vielen Patienten mit Belastungsinkontinenz. Lassen Sie sich von einem erfahrenen Trainer oder einem Physiotherapeuten anleiten, damit die Übungen richtig ausgeführt werden. Gerade bei einer Kontinenzstörung nach einer Operation wird eine entsprechende Überweisung zum Beckenbodentraining vom behandelnden Urologen ausgestellt und die Kosten von der Krankenkasse übernommen. Im Idealfall bekommen die Betroffenen Übungen gezeigt, die sie dann fortgesetzt auch zu Hause alleine fortführen.

Medikamente gegen die Symptome von Inkontinenz

Es gibt keine Medikamente, die direkt die Aktivität des äußeren Schließmuskels stimulieren. Ein einziges Präparat ist, allerdings nur bei Frauen, zugelassen. Was man machen kann, ist die Elastizität der Blase durch blasendämpfende Medikamente zu unterstützen, die man auch zur Behandlung der überaktiven Drangblase einsetzt.. Die Auswahl des geeigneten Medikaments muss ihr Arzt vornehmen. Um die Wirkung einschätzen zu können, dauert es dann allerdings etliche Wochen. Nebenwirkungen sind wie bei vielen Medikamenten auch hier nicht auszuschließen. Sollten oral einzunehmende Medikamente gegen eine überaktive Blase nicht wirken, kann theoretisch auch ein Wirkstoff direkt in den Blasenmuskel gespritzt werden. Dies ist aber keine geeignete Therapie, einen nicht funktionierenden Schließmuskel zu ersetzen. Denn im Falle einer anhaltenden Fehlfunktion muss vielmehr überlegt werden, einen künstlichen Schließmuskel einzubauen.

Neben hemmenden Präparaten gibt es auch eine Vielzahl an Medikamenten, die Inkontinenz fördern!

Operation als letzte Maßnahme

Da eine anhaltende Inkontinenz bei Männern nach einer Operation zwar selten, aber für die Betroffenen extrem belastend ist, muss man gemeinsam überlegen, einen künstlichen Schließmuskel zu implantieren. Dieses Verfahren hat sich beim Mann seit vielen Jahrzehnten bewährt. Dabei wird eine Manschette um die Harnröhre gelegt, die mit Flüssigkeit gefüllt ist und dadurch die Harnröhre zusammendrückt. Diese Manschette ist über eine dünne Schlauchverbindung mit einem halbautomatischen Pumpsystem verbunden, das im Hodensack unter der Haut eingebaut wird. Als 3. Element gibt es noch einen Ausgleichsballon, der im Unterbauch neben der Blase liegt.
Hat man einen Blasendruck, drückt man das Pumpsystem im Hodensack und die Flüssigkeit der Manschette wird in den Ausgleichsballon neben der Blase gepumpt. Dadurch gibt die Manschette die Harnröhre frei und man kann die Blase entleeren. Der Ausgleichsballon braucht ungefähr 1 Minute, um mit dem Eigendruck des Ballons die Flüssigkeit wieder in die Manschette zu drücken, die dann wiederum die Harnröhre verschließt. Sollte die Blase noch nicht leer sein, wird der gleiche Vorgang einfach wiederholt.

Künstlicher Schließmuskel

Tipp für Männer mit leichter Blasenschwäche: Männer mit leichter Inkontinenz können zu handelsüblichen Einlagen eine weitere hervorragende Alternative wählen: Saugfähige Unterwäsche wie ActivePro Men! Bei der textilen Unterwäsche handelt es sich um Männerslips mit eingearbeiteter Saugeinlage. Der Vorteil gegenüber Einwegeinlagen: Saugfähige Unterwäsche ist waschbar und wiederverwendbar. Desweiteren genießen Männer die besonders hohe Diskretion der Wäsche, da sie kaum von herkömmlicher Unterwäsche zu unterscheiden ist.

Inkontinenzhilfsmittel für Männer

Es gibt eine große Auswahl an saugenden Inkontinenzhilfsmitteln, die man diskret online kaufen kann. Einlagen gibt es in verschiedenen Saugstärken, auch Windeln und Windelhosen für stärkere Inkontinenz und saugende Inkontinenzunterwäsche. Unter den bekannten Herstellern zählen Hartmann, Tena und Seni. Empfehlenswert bei leichter bis mittlerer Inkontinenz bei Männern sind Einlagen. Bei mittlerer bis starker Inkontinenz sind Pants besser geeignet.

Inkontinenzvorlagen – das bessere Inkontinenzmaterial für Männer?

Inkontinenzvorlagen für Männer sind manchmal die bessere Alternative zu Windeln. Das liegt daran, dass Vorlagen flexibler in der Positionierung sind und je nach Art sogar mehr Urin aufnehmen als Windeln. Die Handhabung, also das Anlegen der Vorlage mit Fixierhose, muss zwar geübt sein, ist aber lange nicht so fehleranfällig wie das Anlegen von Klebewindeln. Kommen Männer oder pflegende Angehörige mit Windeln oder Pants nicht zurecht, dann sollten sie definitiv Inkontinenzvorlagen ausprobieren.

Risikofaktoren für Inkontinenz bei Männern

Eine Reihe von Faktoren haben Einfluss auf die Entstehung einer Harninkontinenz. Manche können Sie selbst steuern, andere sind naturgegeben. Oft ist es die Kombination mehrerer Faktoren, die zur Harninkontinenz bei Männern führen. Der jeweilige genaue Anteil lässt sich hier nur schwer bestimmen.

Risikofaktor Alter

Das Alter ist der größte Risikofaktor für Inkontinenz bei Männern. Das liegt an den altersbedingten Veränderungen des Harnsystems. In Alters- und Pflegeheimen sollen 50 bis 75 % der Männer betroffen sein.

Risikofaktor Übergewicht

Übergewicht kann einen negativen Einfluss auf die Entwicklung einer Harninkontinenz haben. Es gibt Hinweise, dass Übergewicht die Entwicklung einer überaktiven Drangblase negativ beeinflusst .

Risikofaktor Psyche

Psychische Belastungen wie Stress, Depressionen und Angstzustände können zu Risikofaktoren für eine überaktive Drangblase werden. Je nach Schweregrad ist die Überaktivität so ausgeprägt, dass die Toilette nicht mehr erreicht wird und eine sogenannte feuchte Inkontinenz mit Urinverlust resultiert.

Risikofaktor Vor-Erkrankungen

Es gibt einen Zusammenhang zwischen Harninkontinenz und bereits vorhandenen Erkrankungen wie Schlaganfall und Diabetes mellitus. Ein Schlaganfall kann das zentrale Steuerungsorgan in der Blase, das sogenannte Miktionszentrum, schädigen und vielfältige Störungen auslösen. Diese reichen von der Überaktivität bis hin zum totalen Kontrollverlust der Blase. Einige Krankheiten können als indirekte Risikofaktoren gesehen werden, da die zu ihrer Behandlung eingesetzten Medikamenten die Blasenfunktion beeinflussen können.

Risikofaktor Operationen

Operationen im Unterleib, also chirurgische Eingriffe wie die Entfernung der Prostata oder Bestrahlungen im Beckenbereich erhöhen das Risiko für eine Harninkontinenz.

Beispiel für einen typischen Erfahrungsbericht mit Inkontinenz bei Männern

Herr Sindel hatte nie Probleme mit Blasenentzündungen oder anderen Harnwegsinfekten. Er lebt mit seiner Familie ein aktives und gesundes Leben. Mit seinem Hund geht er jeden Tag ausgiebig spazieren. Seit er aber über 50 ist, tritt bei Ihm immer wieder ein ungewöhnlich starker Harndrang auf. Es fing alles nachts an, als er nicht mehr durchschlief, weil seine Blase so stark drückte, dass er mehrmals zur Toilette musste. Dann kam es vermehrt auch am Tag vor, dass er urplötzlich sehr starken Harndrang hatte. Mitten im Wald mit seinem Hund machte ihm das nicht viel aus, denn dann stellte er sich einfach an den nächsten Baum. Aber im Auto unterwegs in der Stadt fand er sich eines Tages am Straßenrand parken, um sich an einer Laterne notgedrungen zu erleichtern. Dies war so erschütternd für Herrn Sindel, dass er zunehmend weniger unternahm. Vor allem wenn viele Menschen um ihn waren. Er vermied Bahnfahrten, Einkaufsläden ohne WC und lange Autofahrten. Bald war er so eingeschränkt, dass er nur noch dort hinging, wo er innerhalb weniger Minuten eine Toilette aufsuchen konnte. Nun sollte die Hochzeit seiner Tochter stattfinden und Herr Sindel verlor mittlerweile des öfteren Urin, wenn der Drang zu groß war. Er benutzte heimlich die Slipeinlagen seiner Frau um den großen Tag seiner Tochter nicht zu verpassen. Mitten in der Kirche passierte nun das Unglück. Herr Sindel bekam mit einem Mal einen sehr starken Harndrang und konnte nicht während der Zeremonie die Kirche verlassen. So ging ein Schwapp Urin unwillkürlich ab. Die Slipeinlage seiner Frau hielt leider nichts davon zurück, da sie nicht genug Platz im Slip abdeckte. Verschämt fuhr Herr Sindel sofort nach Hause und meldete sich für den Rest des Tages bei seiner Familie krank. Er merkte nun, dass es so nicht weiterging und holte sich nach Jahren der Heimlichkeiten endlich Rat bei seinem Arzt. Dieser diagnostizierte eine Dranginkontinenz mit unbekannter Ursache. Herr Sindel bekam ein Medikament verschrieben und wurde eingehend zu Inkontinenzartikeln beraten. In seinem Fall riet man ihm zu Windelhosen, die sehr dezent zu tragen sind und auch einen größeren Schwapp gut auffangen können. Das Problem besteht zwar weiter, aber es ist deutlich reduziert worden und mit seinen Pants und der Offenheit mit seiner Familie kann Herr Sindel nun wieder sein Leben genießen.

Fazit Inkontinenz bei Männern

Jeder Mann kann von Blasenschwäche betroffen sein. Das hängt allerdings immer von verschiedenen Faktoren ab, allen voran dem Alter und vorangegangenen Operationen an der Prostata. Das Thema Inkontinenz ist vielen Männern oft unangenehmer als betroffenen Frauen und sie verschweigen das Problem dadurch sehr lange. Dabei kann Ihnen gut geholfen werden. Einmal wird die richtige Therapie mit einem Arzt schnell gefunden und zum anderen bieten Inkontinenzartikel für Männer eine große Entlastung im Alltag. Wenn Sie unsicher sind, was die richtige Herangehensweise ist, oder welches Produkt für Sie in Frage kommt, dann rufen Sie unsere Kunderberater*innen unter der Telefonnummer: 030 / 20 62 176 100 an und lassen sich kompetent beraten.

 

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medizinisch und fachlich geprüft von:

Facharzt für Urologie

Prof. Dr. Stephan Roth hat nach dem Studium an der Universität Aachen an der Städtischen Klinik in Düren im Rheinland seine Facharztausbildung absolviert. Als Stipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft ging er dann zwei Jahre an die Universitäten in Paris, Rennes und die Harvard University in Boston und arbeitete danach sechs Jahre an der urologischen Universitätsklinik in Münster als leitender Oberarzt. 1997 wurde er dann von der Universität Witten/Herdecke an die Helios-Universitätsklinik für Urologie in Wuppertal berufen, die er seit 23 Jahren als Direktor leitet. 2015 war er Präsident der Deutschen Gesellschaft für Urologie.