Heilpflanzen gegen Inkontinenz – was wirklich hilft

Heilpflanzen gegen Inkontinenz

Heilpflanzen gegen Inkontinenz eignen sich besonders bei leichter Harninkontinenz. Nutzen Sie dazu pflanzliche Mittel, die die Blasenkraft stärken, den Beckenboden kräftigen, entzündungshemmend und krampflösend wirken.

Was spricht für Heilpflanzen gegen Inkontinenz?

Heilpflanzen gegen Inkontinenz haben einige Vorteile gegenüber konservativen Medikamenten. Hierzu zählen die kaum auftretenden Nebenwirkungen und die rezeptfreie Abgabe. Beispielsweise ist das Medikament Duloxetin, welches bei Belastungsinkontinenz eingesetzt wird, mit starken Nebenwirkungen verbunden. Obendrein ist ein selbstständiges Absetzen nicht möglich und Duloxetin kann mit anderen Medikamenten in Wechselwirkung stehen.

Heilpflanzen gegen Inkontinenz eignen sich besonders bei leichter Harninkontinenz.

Welche Heilpflanzen gegen Inkontinenz sind geeignet?

Es gibt eine Reihe von Heilpflanzen, die die Harnblase stärken, den Beckenboden kräftigen und auch entzündungshemmend wirken.

Heilpflanzen gegen Inkontinenz im Überblick:

  • Kürbissamen
  • Goldrute
  • Brennnessel
  • Preiselbeeren und Cranberrys
  • Heublumen

Kürbissamen

Besonders bei Männern wirken die entzündungshemmenden und harntreibenden Effekte der Samen. Der Kürbis ist bekannt für seine positive Wirkung bei Prostatavergrößerungen, eine häufige Ursache der männlichen Harninkontinenz. Die Wirkstoffe der Samen können die Vergrößerung der Prostata verzögern und die Symptome einer bereits bestehenden Prostatavergrößerung lindern. Auch Frauen profitieren von Kürbissamen. Sie wirken der Stressinkontinenz entgegen durch ihre kräftigende Wirkung auf Blase und Beckenboden. Empfohlen wird die Einnahme von täglich 1-2 Esslöffel weichschaliger Kürbiskerne mit etwas Flüssigkeit.

Beachten Sie aber: Wir sprechen hier nicht vom Speisekürbis vom Marktstand, sondern vom speziellen Arzneikürbis, dessen Kerne Sie in der Apotheke oder im Kräuterladen bekommen. Die einfachste Variante sind fertige Kapseln zum Einnehmen.

Goldrute

Das Kraut der Goldrute kennt man schon seit dem Mittelalter als Heilmittel. Die Heilpflanze ist harntreibend und hemmt durch ihren hohen Gehalt an Flavonoiden und ätherischen Ölen das Bakterienwachstum und wirkt beruhigend und entzündungshemmend auf die Blase – gut bei Dranginkontinenz. Vorsicht bei eingeschränkter Herz- oder Nierentätigkeit. Es kann durch die harntreibenden Effekte zu Wassereinlagerungen kommen.

Goldrute: Anwendung mehrmals täglich als Tee oder als Kapsel bzw. Tablette.

Brennnessel

Ein weiteres Mittel für Männer mit Harninkontinenz. Die Wirkstoffe der Brennnesselwurzel verlangsamen oft das fortschreitende Wachstum einer bereits vergrößerten Prostata. Brennnessel wirkt zudem schmerzlindern und entzündungshemmend, Einnahme drei bis vier Mal täglich als Tee. Dazu einen Esslöffel der Brennnesselwurzel in kochendem Wasser 15 Minuten ziehen lassen. Einfacher geht es mit Fertigprodukten aus der Apotheke.

Preiselbeeren und Cranberrys

Probieren Sie es einmal mit Preiselbeeren oder Cranberries. Sie unterbinden das Festsetzen von Bakterien an der Schleimhaut der Blasenwand und in den Harnwegen. Damit beugen sie einer Blasenentzündung, die zu verstärktem Harndrang führt, vor. Preiselbeersaft schützt gegen Neuinfekte und beschleunigt die Heilung von Blasenentzündungen. Fruchtig-frisch sind fertige Cranberry-Teemischungen.

Heublumen

Einer gereizten Blase tun Sie Gutes, indem Sie Bäder mit dem Zusatz von Heublume nehmen. Auch ein Umschlag aus Heublumen ist gut gegen Harninkontinenz. Dazu bereiten Sie einen Sud und tränken ein Leintuch darin, das Sie auf die Blasengegend legen. Aber Vorsicht, heiß.

Natürliche Tricks gegen Inkontinenz

Trainieren Sie Ihre Blase und den Beckenboden. Die Blase lässt sich durch regelmäßiges Streicheln und Klopfen auf den Unterbauch animieren, sich zu entleeren. Das ist hilfreich, wenn Sie gezielt dann die Toilette aufsuchen können, wenn Sie etwa vor einem längeren Kinobesuch oder einer Autofahrt stehen. Durch Blasentraining lassen sich auch die Intervalle zwischen den Entleerungen Schritt für Schritt verlängern. Dem Drang zum Wasserlassen sollte für eine kurze Zeit widerstanden werden. Dadurch wird automatisch die Beckenbodenmuskulatur trainiert, was beim Wiedererlangen der Kontrolle über die Blasenfunktion hilft. Übungen für Blase und Beckenboden können in Kursen erlernt werden.

Trinken statt Enthalten

Es erscheint logisch, dass man wenig trinkt, um den Harndrang zu verzögern. Weniger trinken ist aber genau der falsche Weg. Durch die geringere Flüssigkeitsmenge wird die Blasenmuskulatur nicht mehr trainiert. Zudem produzieren die Nieren bei Flüssigkeitsmangel einen hoch konzentrierten Urin, der die Blase reizt und den Harndrang verstärkt. Dieses Verhalten begünstigt Harnwegsinfekten, denn Nieren und Blase müssen gespült werden, sonst setzen sich Bakterien fest. Empfohlen wird eine Trinkmenge von 1,5 bis 2 Liter Wasser oder Tee täglich. Neben der getrunkenen Menge ist auch zu beachten, dass man das Richtige trinkt und auf Harntreibendes verzichtet.

Getränke und Lebensmittel, die schaden

Genauso, wie die Natur uns Mittel bietet, mit denen wir der Inkontinenz entgegenwirken können, gibt Sie uns auch Früchte, die auf eine andere, für uns ungünstige Art wirken. Nicht hilfreich zur Linderung der Inkontinenz sind die beliebten Genussmittel Alkohol und Kaffee sowie grüner und schwarzer Tee. Rhabarber, Spinat und Erdbeeren beinhalten viele blasenreizende Stoffe. Auch künstlichen Farb- und Süßstoffe sind kontraproduktiv.

Vorbeugende Maßnahmen

Es ist in jedem Fall hilfreich, die wichtigen Stützmuskeln des Beckenbodens aufzubauen. Das gilt besonders für Frauen nach einer Geburt und in den Wechseljahren. Dazu hilft gezieltes Beckenbodentraining. Auch Schwimmen ist eine gute Möglichkeit, da der Beckenboden durch die Leichtigkeit im Wasser nicht zu sehr belastet wird.

Tipp für Notsituationen

Versuchen Sie einmal folgenden Trick, wenn Sie wieder einmal in eine Notlage kommen: Setzen Sie sich hin und reiben Sie mit dem Fußknöchel mit gleichmäßigem Druck am Schienbein des anderen Beines entlang. Der sensorische Reiz hemmt den Harndrang.