Beckenboden Mann – zuständig für Kontinenz und Potenz

Beckenboden Mann

Beckenboden Mann? Ja auch Männer besitzen einen Beckenboden, der dieselben Funktionen wie auch im weiblichen Körper erfüllt. Erfahren Sie hier, was Beckenbodenschwäche bei Männern auslöst und was man dagegen tun kann.

Beckenboden Mann – davon ist selten die Rede jedoch ist das ein viel zu oft unterschätztes Thema. Denn der männliche Beckenboden ist verantwortlich für die Kontinenz und Potenz des Mannes.

Beckenboden Mann – Was ist das und was macht er?

Der Beckenboden ist ein System von Muskeln und Sehnen, die das Schambein mit dem Steißbein sowie beide Sitzbeinhöcker verbindet. Sein Bindegewebe grenzt die inneren Organe der Beckenhöhle gegen den After ab. Zudem ist der Beckenboden in drei Schichten untergliedert und hat die Form eines Trichters. Ebenfalls gibt das Becken den darin liegenden Organen, also Darm und Blase Halt. Vor allem werden diese Organe beim Husten, Laufen, Niesen und Springen gestützt. Außerdem kann er den Druck ausgleichen, den der Bauchraum beim Heben großer Lasten zu bewältigen hat. Der Beckenboden kann als Kraftzentrum des menschlichen Körpers bezeichnet werden. Bei Frauen spielt der Beckenboden während der Schwangerschaft eine große Rolle, während er bei Männern grundsätzlich die sexuelle Aktivität beeinflusst.

Funktionen des Beckenbodens:

  • hält Organe wie Darm und Blase
  • stützt bei körperlicher Belastung
  • mildert Druck (bei körperlicher Beanspruchung)
  • fördert sexuelle Aktivität

Beckenbodentraining für den Mann

Beckenbodentraining bringt Bewegung und Sauerstoff in die Körpermitte des Mannes. Außerdem verbessert er wesentlich die Durchblutung im Lendenbereich. So wird der Rückfluss venösen Blutes abgemildert und die sexuelle Standhaftigkeit erhöht.

Beckenbodenübung: Die Hoden nach oben ziehen

Die einfachste Übung ist das Anspannen der Hoden. Dem Mann hilft dabei die Vorstellung, im kalten Wasser zu stehen, das unaufhörlich in Richtung Penis steigt. Dabei werden die Hoden durch die Beckenbodenmuskulatur automatisch nach oben gezogen. Jeder Mann kann das mehrmals am Tag auch selbst üben, stets im Wechsel zwischen Anspannen und Entspannen. Fünf Minuten am Tag sind schon ein guter Anfang. Die Entspannungsphase darf dabei etwa doppelt so lang sein wie die Anspannungsphase.

Beckenboden Mann – und seine Genitalien

Der Beckenboden umfasst das „beste Stück“ des Mannes zu einem reichlichen Drittel. Er wird in drei Teile untergliedert. Der hintere Bereich des Beckenbodens (Diaphragma pelvis) wird vom Mastdarm durchbrochen. Der vordere Beckenbodenteil heißt Diaphragma urogenitale. Schließlich gibt es noch die Schwellkörper- und Schließmuskelschicht des Beckenbodens. Sie besteht aus drei großen Muskeln, die für Erektion, Sexualverkehr sowie den Verschluss des Mastdarms verantwortlich sind. Der Musculus ischiovernosus ist der wichtigste dieser drei. Er verläuft unmittelbar am Beckenboden parallel zu den Schwellkörpern des Penisschaftes und sorgt für das Drosseln des zurücklaufenden Blutes. Seine Spannkraft ist entscheidend für jede Erektion. Unterstützt wird er vom Musculus bulbospongiosus, der zum vollständigen Entleeren der Harnröhre beiträgt. Außerdem kräftigt er die Ejakulation und den Blutfluss in die Schwellkörper.

Schwache Muskulatur führt zu schwacher Erektion

Zwar können auch seelische Gründe oder Stress und Überlastung die Erektionsfähigkeit negativ beeinflussen, doch ist und bleibt eine trainierte Beckenbodenmuskulatur Voraussetzung für eine kraftvolle Beschaffenheit des männlichen Geschlechtsorgans. Je schwächer die männliche Beckenbodenmuskulatur ist, desto mehr lässt das dauerhafte Anschwellen des Gliedes zu wünschen übrig. Die Muskeln des Beckenbodens halten das Blut in den Schwellkörpern. Erschlafft die Muskulatur, fließt das Blut aus den Schwellkörpern heraus und die Erektion ist vorzeitig zu Ende.

Beckenboden Mann – und die gefürchetete Inkontinenz

Ein fundiertes Training der Beckenbodenmuskeln hilft die Erektionsfähigkeit des Mannes zu fördern. Zudem kann es auch einer Belastungsinkontinenz entgegen wirken. Das ist bei einem Prostataleiden oder nach einer entsprechenden Prostata-Operation sehr bedeutsam. In solchen Fällen kann der Urin nicht mehr richtig gehalten werden. Ebenso kann es zum unerwünschten Abgang kleiner Stuhlmengen kommen. Beides tritt oft auch im nächtlichen Schlaf auf. Besonders ältere Männer bekommen es daneben mit der Belastungsinkontinenz zu tun. Heben sie etwa schwere Einkaufskörbe oder Getränkekisten an, tritt plötzlicher Urin-oder Stuhlverlust auf. Dieser hängt mit der nachlassenden Funktion des Schließmuskels im Beckenboden zusammen.

Beckenbodentraining gegen Inkontinenz im Alter

Ein Beckenbodentraining wirkt in solchen Fällen oft präventiv, kann aber auch die Folgen von Inkontinenz mildern. In der Regel wird es unter physiotherapeutischer Anleitung durchgeführt, was besonders am Anfang der Übungsstunden zu empfehlen ist. Die Reihenfolge der Übungen kann variieren. Wichtig ist häufiges Trainieren in kleineren Einheiten. Immer liegt der Schwerpunkt der Übungen auf einer guten Atmung. Vergessen Sie also nicht, ruhig weiter zu atmen! Die Beckenboden-Gymnastik geht auf den US-amerikanischen Gynäkologen Arnold H. Kegel (1894-1981) zurück, nach dem sie auch Kegelübung genannt wird. Er hatte die Notwendigkeit erkannt, den Beckenboden zu festigen und sich dazu der beteiligten Muskeln überhaupt erst bewusst zu werden. Die Beckenbodenmuskulatur wird im Alltag kaum gezielt betätigt, was schneller als gewohnt zu ihrem Erschlaffen führen kann.

Beckenboden Mann – und die Beckenbodenmuskeln

Im Mittelpunkt der Gymnastik steht die Bewegung der Beckenbodenmuskeln. Genauer gesagt vollzieht sich das Training im ständigen Wechsel zwischen Anspannung und Entspannung dieser Muskeln. Begleitend dazu sollten Sie intensiv ein- und ausatmen vor allem im Bauchraum. Die Bauchdecke soll sich bei dieser Atemtechnik spürbar heben und senken. Beste Ergebnisse erzielen Sie, wenn das Training täglich durchführen. Trainiert werden kann in einer bequemen Liegeposition, aber auch im Stehen oder Sitzen. Fünf bis maximal zehn Minuten pro Trainingseinheit sind optimal. Beim Anspannen wird der Bauch eingezogen. Das Einatmen dient dem Lockern der Muskeln. Die Anspannung des Beckenbodens lässt sich an der Peniswurzel sowie in der Gegend zwischen After und Hodensack leicht ertasten. Zu diesem Zweck werden Gesäß- und Beinmuskulatur im Wechsel angezogen. Wenn das Gefühl der Muskelanspannung deutlich zu spüren ist, kann eine kurze Pause eingelegt werden.

Fazit Beckenboden Mann

Der männliche Beckenboden existiert tatsächlich und ist genauso wie bei Frauen verantwortlich für lebenswichtige Funktionen. Eine Beckenbodenschwäche kann alters- oder krankheitsbedingt auftreten und zu Blasen-, Darm- und Potenzstörungen führen. Dennoch können Männer mit Beckenbodentraining Inkontinenz und auch Impotenz effektiv vorbeugen und Beschwerden lindern.