Medikamente die Inkontinenz fördern

Medikamente, die Inkontinenz fördern gibt es! Dazu gehören Diuretika und andere Arzneimittel, die die Nieren einschränken bzw. schädigen können. Lesen Sie hier, auf welche Medikamente Sie Acht geben sollten.
Wenn Sie Medikamente nehmen, tun Sie dies sicher nicht zum Vergnügen, sondern weil sie zu einer Therapie gehören. Wenn sich bei Ihnen nun eine Inkontinenz abzeichnet, kann das auch an der Einnahme eines Ihrer Medikamente liegen. Darüber sollten Sie mit Ihrem Arzt sprechen. Er kann nach alternativen Arzneimitteln und Therapiemethoden suchen, die Ihre Kontinenz nicht beeinflussen. Vielleicht hilft schon eine Änderung des Einnahmezeitpunkts und der Dosierung.

Medikamente wirken auf die Harnblase

Medikamente können auf verschiedene Art Ihre Kontinenz beeinflussen. So wirken einige direkt auf die Harnblase, weil sie zum Beispiel den Blasenmuskel schwächen. Andere wirken auf den Blasenschließmuskel und können so eine bereits bestehende Belastungsinkontinenz verstärken. Dann gibt es Medikamente, die zu vermehrter Urinausscheidung anregen, was der Blasenfunktion beeinträchtigt. Oder sie bewirken genau das Gegenteil – sie verursachen einen Harnstau.

Diuretika fördern Inkontinenz

Typische Arzneistoffe mit Wirkung auf die Kontinenz sind zum Beispiel Diuretika („Wassertabletten“), die die Flüssigkeitsausscheidung erhöhen. Sie werden etwa zur Therapie von Bluthochdruck oder bei einer Herzmuskelschwäche eingesetzt. Sie steigern den Harndrang, die Urinmenge macht der Blase unter Umständen zu schaffen und kann ihr Fassungsvermögen überfordern – häufiges Wasserlassen kann die Folge sein.

Medikamente bei Prostatavergrößerung und Bluthochdruck

Weitere Medikamente mit einer Wirkung auf die Blasenaktivität sind Alpha-Rezeptorenblocker, die zur Behandlung einer gutartigen Vergrößerung der Prostata bei Männern oder gegen Bluthochdruck eingesetzt werden. Sie reduzieren die Spannung des Schließmuskels der Harnblase, was bei bestimmten Therapien sinnvoll ist. Aber sie können bei anderen Anwendungsgebieten zu Harninkontinenz führen oder diese verstärken.

Blutdrucksenkende Medikamente

ACE-Hemmer zur Blutdrucksenkung können indirekt eine bestehende Belastungsinkontinenz verstärken. Denn eine Nebenwirkung dieser Medikamente kann Reizhusten sein. Der erhöht den Druck im Bauchraum und begünstigt so ungewollten Harnverlust.

Cholinergika und Cholinesterase-Hemmer

Cholinergika und Cholinesterase-Hemmer werden zur Besserung der kognitiven Funktionen im frühen Stadium der Alzheimer-Demenz eingesetzt. Bei Alzheimer-Patienten nimmt die Anzahl der Nervenzellen im Gehirn ab. Um die Denkleistung der Patienten zu verbessern, sollen die Medikamente die Signalstärke erhöhen. Cholinesterase-Hemmer, die im Gehirn wirken, verhindern den Abbau des wichtigen Signalstoffs Acetylcholin und verstärken dadurch die Signale der Nerven. Die Wirkung dieser Medikamente ist jedoch unter Fachkreisen umstritten.

Betablocker

Betablocker sind Medikamente, die den Herzschlag verlangsamen und so den Blutdruck senken. Daher werden Betablocker bei Herzrhythmusstörungen, Bluthochdruck, Herzschwäche und auch koronarer Herzkrankheit eingesetzt. Auch nach einem Herzinfarkt werden Betablocker eingesetzt, um das Herz zu entlasten. Jedoch können diese Medikamente Drangbeschwerden der Harnblase verschlechtern.

Digitaliswirkstoffe und Herzglykoside

Digitaliswirkstoffe und Herzglykoside werden bei chronischer Herzmuskelschwäche (chronische Herzinsuffizienz) und bei Herzrhythmusstörungen eingesetzt.
Leider gilt bei diesen Medikamenten auch, dass sie womöglich Dranginkontinenz verschlimmern.

Prostaglandin

Prostaglandin wird zur Förderung der Durchblutung verschrieben. Jedoch stehen sie unter Verdacht eine bestehende Dranginkontinenz zu verschlechtern bzw. hervorruft.

Weitere Inkontinenz-fördernde Medikamente

Schmerzmittel, Medikamente gegen Depression oder gegen Erkältung können die Fähigkeit der Muskulatur, sich zusammenzuziehen, herabsetzen. Das macht die Blasenentleerung schwierig für die Betroffenen.

Niemals Medikamente eigenständig absetzen

Auf keinen Fall sollten Sie Medikamente absetzen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber, welche Symptome bei ihnen auftreten. Wenn er feststellt, dass bestimmte Medikamente für die Harninkontinenz verantwortlich sind, kann er gegensteuern. Er kann prüfen, ob die weitere Einnahme unbedingt erforderlich ist. Weitere Möglichkeiten sind unter anderem der Austausch von Medikamenten oder die Einnahme wird auf mehrere kleinere Einzeldosen verteilt.

Fazit

Inkontinenz ist mit unangenehmen Symptomen verbunden. Wenn ein Betroffener regelmäßig Medikamente einnimmt, können diese eine bestehende Inkontinenz sogar noch verschlechtern. Sprechen Sie mit dem behandelnden Arzt über alternative Medikamente. Unter Umständen kann auch eine Änderung des Einnahmezeitpunktes die Inkontinenz-Symptome verbessern.

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