Richtig trinken bei Inkontinenz

Richtig trinken bei Inkontinenz

Richtig trinken bei Inkontinenz ist enorm wichtig. Folgen Sie unserer Hilfestellung und verringern Sie die Symptome einer Harninkontinenz!

Richtig trinken bei Inkontinenz wird oft unterschätzt. Wer eine schwache Blase hat, versucht gerne, wenig zu trinken und dadurch den Harndrang in Grenzen zu halten. Aber genau das Gegenteil passiert: Der konzentrierte Harn verstärkt das Gefühl des Harndrangs und kann die Symptome im schlimmsten Fall sogar noch verstärken. Achten Sie lieber auf das, was und wie Sie trinken!

Kaffee ist der größte Harntreiber

Kaffee gilt als der größte Harntreiber und sogar als Beschleuniger von Inkontinenz. Das Koffein erhöht die Geschwindigkeit der Harnproduktion in der Niere. Die Wirkung lässt sich bei Frauen wie bei Männern feststellen.

Viele Teesorten wirken harntreibend

Richtig trinken bei Inkontinenz: Schwarzer und grüner Tee wirken harntreibend.

Nicht nur schwarzer Tee, auch grüner Tee und manche Kräutertees sind harntreibend. Besonders macht sich das bei Mate, Brennnessel, Rosmarin und Birkenblättern bemerkbar. Nicht empfehlenswert sind auch die im Sommer gerne genossenen Eistees, da sie oft auf Grün- oder Schwarztees basieren – und sowieso meist zu viel Zucker enthalten.

Inkontinenzeinlagen für Frauen und Männer

Die Verwendung der richtigen Inkontinenzartikel gehört wie das richtige Trinkverhalten zu den effektiven Mittel zur Behandlung einer Inkontinenz. Unter Frauen mit leichter Inkontinenz ist Seni Lady Plus sehr beliebt. Männer mit leichter Inkontinenz greifen gerne auf Tena Men Level 3 zurück. Ist die Inkontinenz mittelstark ausgeprägt nehmen Betroffene die Bestseller-Windelhose von Hartmann MoliCare Premium Mobile 6 Tropfen. Bei starker Harninkontinenz empfiehlt sich die saugstarke Windelhose Tena Pants Maxi.

Getränke mit Zucker und Kohlensäure reizen die Blase

Kohlensäurehaltige und stark zuckerhaltige Getränke können bei empfindlichen Personen die Blase reizen. Künstliche Süßstoffe können die Blasenkontrolle beeinträchtigen. Sie sind in kalorienarmen Nahrungsmitteln und Getränken enthalten und fördern möglicherweise Entzündungen der Blase. Stark zuckerhaltig ist Coca Cola, Fanta, Sprite und viele vermeintliche Fruchtsäfte.

Produkttipp Tena Lady Maxi Einlagen für Frauen mit mittlerer Inkontinenz

Alkohol entzieht dem Körper Flüssigkeit

Alkohol ganz allgemein, ob Bier oder Wein, ist ein harntreibendes Mittel. Er entzieht dem Körper Flüssigkeit. Außerdem kann er die Blase reizen, wodurch eine Inkontinenz entstehen kann. So wenig wie möglich, am Besten gar keinen Alkohol trinken.

Überblick: Diese Getränke reduzieren oder meiden

  • Kaffee
  • Schwarzer Tee
  • Grüner Tee
  • Alkohol
  • Coca Cola, Fanta, Sprite

Richtig trinken bei Inkontinenz Tip 1: Wasser ist das ideale Getränk

Wasser ist das ideale Getränk bei Inkontinenz. Wasser sollten Sie auf jeden Fall nicht reduzieren. Es ist nicht nur gesund sondern auch noch günstig zu haben bzw. kostenlos wenn es um Leitungswasser geht. Es spricht im Übrigen nichts dagegen sein Wasser mit ein bisschen Fruchtsirup zu aromatisieren.

Richtig trinken bei Inkontinenz Tip 2: Selbstgemachte Schorlen sind die bessere Alternative

Auch selbstgemachte Schorlen sind besser als die meisten anderen Getränke. Achten Sie beim Mixen Ihrer Schorlen auf ein gesundes Verhältnis zwischen Saft und Wasser. Sprich: Mixen Sie viel Wasser ein, je mehr desto besser.

Richtig trinken bei Inkontinenz Tip 3: Rooibostee ist unbedenklich

Unbedenklich ist der koffeinfreie Rooibos (Rotbuschtee), er wirkt nicht harntreibend. Wenn dieser Tee Ihnen schmeckt, dann trinken Sie so viel wie Sie mögen.

Richtig trinken bei Inkontinenz Tip 4: Tagsüber viel, abends weniger trinken

Neben der richtigen Wahl des Getränks sollten Sie an die richtige Verteilung der Flüssigkeitszufuhr denken. Fangen Sie gleich morgens nach dem Aufstehen mit Trinken an und nehmen Sie weniger Flüssigkeit gen Abend zu sich. Diese Technik hilft Ihnen auch, die Wechsel des Inkontinenzmaterials während der Nacht auf ein Minimum zu beschränken.

Inkontinenz wird in Schweregrade unterteilt

Da der Urinverlust bei einer Inkontinenz von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich ist, wird Inkontinenz in mehrere Schweregrade unterteilt. Der Urinverlust bemisst sich in Milliliter innerhalb von 4 Stunden.

Menge in ml/4hentspricht etwaSchweregrad
weniger als 50mlweniger als ½ Glassehr leichte Inkontinenz
50 bis 100mlhalbes Glasleichte Inkontinenz
100 bis 200mlvolles Glasmittlere Inkontinenz
200 bis 300ml1 1/2 Gläserstarke Inkontinenz
mehr als 300mlmehr als 1 ½ Gläsersehr starke Inkontinenz

Wie Sie Ihren Urinverlust messen

Wenn Sie Ihren Urinverlust messen, bedenken Sie, dass ein Mensch nie mehr ausscheidet als er zu sich genommen hat. Als Richtwert können Sie einfach notieren wieviel Flüssigkeit Sie im gemessenen Zeitraum zu sich nehmen. Der tatsächliche Harnverlust wird etwas darunter liegen. Für diejenigen, die genaue Angaben benötigen, empfiehlt sich das Wiegen des Inkontinenzmaterials vor und nachdem Anlegen.

Warum wenig trinken Inkontinenz fördert

Eine Blase speichert Flüssigkeit, um sie anschließend wieder abzugeben. Bei unzureichenden Mengen an Wasser werden diese natürlichen Funktionen gestört und eine bestehende Inkontinenz verschlechtert sich.

Konzentrierter Harn reizt das Gewebe

Wer grundsätzlich zu wenig trinkt, riskiert eine geringe Harnproduktion. Der Urin ist dadurch stark konzentriert und mit verschiedenen Reizstoffen angereichert. Diese greifen die Wände der Blase an und bringen dadurch die rhythmischen Muskelkontraktionen aus dem Gleichgewicht. Auch kann eine Reizung und Fehlsteuerung der Nerven ausgelöst werden.

Blasenmuskel verkürzt sich

Durch das Speichern von Urin wird die Muskulatur der Harnblase stark ausgedehnt, bevor sie sich im Zuge der Harnentleerung wieder kräftig zusammenzieht. Befindet sich durch eine unzureichende Flüssigkeitszufuhr zu wenig Urin in der Blase, gerät die natürliche Muskelkoordination aus dem Gleichgewicht. Langfristig werden die Muskeln dann kaum mehr trainiert, verkürzen sich allmählich und werden unbeweglich.

Ausreichend Trinken für eine gesunde Blase

Richtig trinken bei Inkontinenz: Ausreichend trinken für eine gesunde Blase!

Eine ausreichende Zufuhr an Flüssigkeit fördert die Bildung von Urin. Je höher die Urinmengen sind, desto besser wird das Gewebe der Blase von pathogenen Keimen gereinigt. Bei unzureichender Zufuhr an Wasser kann die Blase nicht regelmäßig gespült werden. Die Folge ist, dass sich Bakterien in der Blase ansiedeln, rasch vermehren und Infektionen verursachen. Menschen, die zu wenig trinken, entwickeln daher deutlich häufiger Blasen- und Nierenentzündungen.

Wieviel trinken ist eigentlich gesund?

Jeder Mensch hat unterschiedliche Bedürfnisse – das gilt auch für den Flüssigkeitsbedarf. Wer wie viel Flüssigkeit benötigt, hängt in erster Linie vom individuellen Körper und Lebensstil ab. Auch das Alter spielt eine Rolle. Ältere Menschen mit einem ruhigeren Alltag beispielsweise haben einen geringeren Flüssigkeitsbedarf und auch einen geringeres Durstgefühl.

Faustregel 30ml pro Körpergewicht

In der Literatur findet sich häufig ein Richtwert von 2-3 Litern Flüssigkeit am Tag. Gerade ältere Menschen ohne intensive Bewegung fühlen sich davon jedoch häufig überfordert. Als gute Faustregel empfiehlt sich, mindestens 30ml Flüssigkeit pro Kilogramm Körpergewicht zu sich zu nehmen, bei Anstrengung oder Durstgefühl entsprechend mehr.

Trinken an Jahreszeit anpassen

Auch die Jahreszeit oder generell das Klima spielen eine große Rolle. Sowohl sommerliche Hitze als auch beständig trockene Luft durch Heizung oder Klimaanlage führen zu einem höheren Flüssigkeitsbedarf. Dasselbe gilt für Erkrankungen wie Blasenentzündung oder Erkältung.

Farbe des Urins

Einen Hinweis gibt auch der Zustand des Urins: Ist er wenig und dunkelgelb bis orange, ist ein Wassermangel nicht unwahrscheinlich. Viel und relativ heller Urin hingegen weist eher auf einen ausgeglichenen Wasserhaushalt hin.

Trinken wenn der Durst kommt?

Richtig trinken bei Inkontinenz: Lieber trinken bevor der Durst kommt.

Oft liest man, dass es bei Auftreten von Durstgefühl „bereits zu spät“ sei. Richtig ist zwar, dass Durst auf eine beginnende Dehydration hinweist, ganz so dramatisch wie es klingt, ist es jedoch nicht. Denn die Empfindung von Durst entstand evolutionär eben deshalb, um Mensch wie Tier an die Aufnahme von Flüssigkeit zu erinnern.

Mit Tricks Trinkmenge steigern

Wenn Sie über wenig Durstgefühl verfügen oder Schwierigkeiten damit haben, ausreichend zu trinken, sollten Sie sich einiger Tricks wie einer gut sichtbaren Flasche Wasser auf dem Schreibtisch bedienen. Auch eine Zeitlang bewusst darauf zu achten und zu „zählen“ wie viel Flüssigkeit konsumiert wird, kann helfen.

Entzug von Alkohol und Kaffee

Ein Verzicht auf Alkohol und Kaffee fällt vielen Betroffenen schwer. Zurecht! Da diese Getränke süchtig wirkende Stoffe enthalten. Der Entzug von Alkohol und Kaffee wird anfängliche Beschwerden mit sich führen. Aber nicht nur Ihre Inkontinenz wird sich bessern, auch Ihr gesamter Organismus wird sich von diesen teils giftigen Stoffen erholen und es Ihnen langfristig danken.

Auch bestimmte Nahrungsmittel meiden

Was bei dem einen deutliche Wirkung zeigt, kann an anderen spurlos vorübergehen. Deshalb achten Sie darauf, bei welchen Lebensmitteln Sie verstärkten Harndrang verspüren, um Ihre Ernährung darauf einstellen zu können. Denn harntreibende Nahrungsmittel sollten nicht unterschätzt werden.

Scharfes Essen meiden

Richtig trinken bei Inkontinenz: Chili und Pfeffer reizen die Blase.

Scharfes Essen bekommt der Blase ebenfalls nicht. Also verzichten Sie auf Gewürze wie Chili, Pfeffer, Rettich und Ingwer. Sie enthalten Reizstoffe, die Sie möglichst meiden sollten.

Warum Lebensmittel harntreibend sind

Die Ursache der harntreibenden Wirkung der Diuretika ist die Hemmung des Hormons ADH (Antidiuretisches Hormon oder Adiuretin) im Gehirn. Es regelt die Urinproduktion in der Niere und sorgt dafür, dass das Wasser des noch nicht ausgeschiedenen Harns zurück in den Körper gelangt und dort verwertet wird. Bei einer Störung der ADH-Ausschüttung sammelt sich mehr Flüssigkeit in der Blase, was einen vermehrten Harndrang zur Folge hat.

Fazit: Richtig Trinken bei Inkontinenz

Viele Inkontinenz-Betroffene trinken zu wenig aus Angst, nicht rechtzeitig eine Toilette aufsuchen zu können. Jedoch verschlimmert dieses Verhalten die Symptome. Achten Sie lieber auf eine ausreichende Zufuhr von nicht harntreibenden Flüssigkeiten, am besten Wasser. Außerdem sollten Sie die Flüssigkeitsmenge morgens und über den Tag verteilt aufnehmen, so dass Sie zum Abend hin weniger trinken. In Deutschland sind etwa 10 Millionen Menschen von Inkontinenz betroffen. Mit den richtigen Hilfsmitteln und richtigen Umgang ist für jedermann ein Leben mit Qualität und sozialen Kontakten möglich.