Pflegegrade – alles was Sie wissen müssen

Die neuen Pflegegrade sollen pflegebedürftige Menschen besser unterstützen. Erfahren Sie hier alle wichtigen Infos zu Voraussetzungen und Änderungen.

Pflegegrade

Pflegegrad 1 bis 5 – Voraussetzungen

Fünf Pflegegrade ersetzen die bisherigen Pflegestufen 0 bis 3. Die Beurteilung der Pflegebedürftigkeit richtet sich danach, wie selbstständig die Pflegebedürftigen in verschiedenen Lebensbereichen sind.

Für Menschen mit ausschließlich körperlichen Beeinträchtigungen gilt:

PflegegradGrad der Beeinträchtigung
1Geringe Beeinträchtigung der Selbstständigkeit
2Erhebliche Beeinträchtigung der Selbstständigkeit
3Schwere Beeinträchtigung der Selbstständigkeit
4Schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit
5Schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung

Wie wird eingestuft

Wer bereits eine Pflegestufe hat wird automatisch einem Pflegegrad zugeordnet. Eine neue Begutachtung ist nicht nötig und es soll keine finanziellen Nachteile geben. Für zukünftige Anträge gibt es ein neues Begutachtungsverfahren. Mit ihm erfassen die von den Pflegekassen beauftragten Prüfer alle wichtigen Gesichtspunkte der Pflegebedürftigkeit wie körperliche, psychische und kognitive Beeinträchtigungen.

Was wird begutachtet

Ausschlaggebend für die Zuweisung eines Pflegegrades ist jetzt der Grad der Selbstständigkeit einer Person in folgenden sechs Bereichen:

  • Selbstversorgung
  • Bewältigung krankheits- oder therapiebedingter Belastungen
  • Gestaltung des Alltags und sozialer Kontakte
  • Mobilität
  • Kognitive und kommunikative Fähigkeiten
  • Verhaltensweisen und psychische Problemlagen

Menschen, deren Alltagskompetenz durch psychische Beeinträchtigungen stark beeinträchtigt sind, werden zwei Stufen höher eingestuft, als bisher. Das bedeutet zum Beispiel: Wer bisher Pflegestufe 2 hatte bekommt jetzt den Pflegegrad 4.

Mehr Geld für pflegende Angehörige

Bei den meisten Menschen mit rein körperlichen Beeinträchtigungen gibt es für die pflegenden Freunde oder Angehörigen mehr Pflegegeld. Nur wer schon bisher in der Pflegestufe 3 war bekommt mit Pflegegrad 4 die unverändert gleichen Leistungen. Deutlich mehr Geld gibt es für die Helfer der Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz. Bis zu 229 Euro mehr werden für ihre Leistungen bezahlt.

Das ändert sich für Sie

  • Alle bereits anerkannten Pflegebedürftigen der Pflegestufen 1, 2 und 3 sowie Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz (Pflegestufe 0) werden nicht erneut begutachtet.
  • Die Kassen ordnen alle bereits bestehenden Pflegestufen automatisch den neuen Pflegegraden zu.
  • Pflegebedürftige mit Demenz werden automatisch von ihrer bisherigen Pflegestufe in den zwei Stufen höheren Pflegegrad eingruppiert

Mit der Einführung der Pflegegrade wird es einfacher, als pflegebedürftig eingestuft zu werden und Leistungen aus der Pflegekasse zu erhalten. Die neuen Pflegegrade bringen eine neue Definition, was ein pflegebedürftiger Mensch ist. Jetzt geht es nicht mehr nur um körperliche Beeinträchtigungen, sondern auch psychische Handikaps wie Demenz werden mit einbezogen.

Informieren Sie sich genauer über Pflegegrad 1, Pflegegrad 2, Pflegegrad 3, Pflegegrad 4 und Pflegegrad 5.

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