Prostata – der Spermabilder

Die Prostata bildet einen Teil des männlichen Spermas. Wie sie funktioniert und welche typischen Erkrankungen vorkommen, sagen wir Ihnen.

Bei der Prostata handelt es sich um eine akzessorische Geschlechtsdrüse aller männlichen Säugetiere. Sowohl beim Menschen als auch bei allen anderen Säugetieren ist diese Drüse hauptsächlich für die Produktion eines Teils des Spermas verantwortlich. In der Regel wird dieses Organ auch als Vorsteherdrüse bezeichnet.

Prostata

Funktion der Prostata

Die Prostata ist verantwortlich für die Absonderung des Sekrets, das ausschließlich im Rahmen einer Ejakulation produziert wird. Die Hauptfunktion des hergestellten Sekrets besteht im Schutz der Spermien vor dem sauren pH-Wert innerhalb der Vagina. Aufgrund des pH-Wertes von 6,4 sorgt dieses Sekret für einen pH-Ausgleich in der Vagina sowie eine erhebliche Steigerung der Überlebenschancen aller Spermien. Bei einem gesunden, erwachsenen Menschen besteht das Ejakulat zu 30 % aus dem Sekret der Prostata und zu 70 % aus Spermien.

Darüber hinaus enthält dieses Sekret mehrere Wirkstoffe, die für eine erhöhte Spermienaktivität und Bewegungsgeschwindigkeit sorgen. Erkennbar ist der Anteil des Prostatasekrets hauptsächlich an der Konsistenz des Ejakulats. Je niedriger der Anteil ausfällt, umso dickflüssiger fällt dieses aus. Daher stellt die Konsistenz des Ejakulats einen wichtigen Indikator hinsichtlich potentieller Erkrankungen der Prostata dar.

An welchen Erkrankungen kann die Prostata leiden?

Die Prostata kann von einer Vielzahl unterschiedlicher Erkrankungen befallen werden. Aus diesem Grund ist eine regelmäßige, ärztliche Untersuchung ab einem bestimmten Lebensalter stets zu empfehlen. In den meisten Fällen leiden Betroffene an einer der folgenden Krankheiten:

  • Prostatitis (Prostataentzündung)
  • Benigne Prostatahyperplasie (BPH)
  • Prostatakrebs

Prostatitis – Prostataentzündung

Bei der Prostatitis handelt es sich um eine gewöhnliche Entzündung der Prostata. Aufgrund komplexer Zusammenhänge lassen sich die vielfältigen Symptome einer Prostataentzündung jedoch nicht immer eindeutig auf diese Erkrankung zurückführen. Deshalb wird in einigen Fällen vorsorglich eine Prostatauntersuchung durchgeführt, wenn mehrere Untersuchungen zu keiner Diagnose einer anderen Krankheit führen konnten.

Prostatitis Symptome

In der Regel äußert sich eine Prostatitis jedoch vorrangig durch starke Schmerzen. Sowohl deren Umfang als auch deren Intensität ist vom Grad der Entzündung abhängig. In seltenen Fällen kann es sogar zu einer schweren Behinderung im Alltag führen. Weiterhin treten oftmals Schmerzen beim Wasserlassen, ein häufiger Harndrang sowie Harnabflussstörungen auf. In sämtlichen Fällen treten jedoch sehr starke Schmerzen während der Ejakulation auf.

Benigne Prostatahyperplasie (BPH)

Bei der benignen Prostatahyperplasie (BPH) handelt es sich hingegen um einen gutartigen Tumor der Prostata. Dieser führt zu einer starken Vergrößerung der Prostata ohne lebensbedrohliche Konsequenzen. Während der ersten 60 Lebensjahre tritt diese Erkrankung jedoch nur sehr selten auf. Ab dem 60. Lebensjahr steigt die Erkrankungsrate unter Männern jedoch auf über 50 % an. Ab dem 90. Lebensjahr besteht ein durchschnittliches Risiko auf BPH von mehr als 90 %. Obwohl eine Heilung dieser Erkrankung in der Regel nicht möglich ist, kann das Fortschreiten in den meisten Fällen verhindert werden.

Prostatakrebs

Bei Prostatakrebs handelt es sich ebenfalls um einen Tumor der Prostata. Im Gegensatz zur BPH ist dieser jedoch bösartig. Aktuell handelt es sich bei Prostatakrebs um die am häufigsten vorkommende Form des Krebses sowie die dritthäufigste Todesursache bei Männern in Deutschland. Insgesamt sterben ca. drei Prozent aller deutschen Männer nachweislich an Prostatakrebs. Mehr als zehn Prozent aller an Krebs verstorbenen Männer litten an dieser Erkrankung. Aus diesem Grund wird in Deutschland standardmäßig eine regelmäßige Früherkennung von Prostatakrebs ab einem Lebensalter von 50 Jahren angeboten.

Lebens- und Ernährungsweise: Risikofaktor für eine Erkrankung der Prostata

Aktuell sind bereits zahlreiche Faktoren bekannt, die für eine enorme Steigerung des Risikos auf eine Erkrankung der Prostata verantwortlich sind. Neben einigen genetischen Faktoren beziehen sich diese jedoch hauptsächlich auf die Lebens- sowie Ernährungsweise. Es wurde erwiesen, dass Männer häufiger an Prostatakrebs erkranken, wenn diese Krankheit bereits bei einem männlichen Vorfahren aufgetreten ist. Aus diesem Grund werden Früherkennungsuntersuchungen für diese Männer in Deutschland bereits ab einem Lebensalter von 45 Jahren angeboten.

Risikofaktor: Fleischkonsum

Weltweit haben japanische Männer mit Abstand das geringste Risiko auf eine Prostataerkrankung. Es konnte jedoch nachgewiesen werden, dass das Erkrankungsrisiko von in Amerika lebenden Japaner schnell auf das dreißigfache steigert und sich dem Erkrankungsrisiko von Amerikanern annähert. Das liegt hauptsächlich daran, dass der Konsum von Fleisch das Risiko auf eine Prostataerkrankung deutlich steigert, während der Konsum von Fisch das Risiko stark senkt.

Risikofaktor: Häufigkeit der Ejakulation

Darüber hinaus konnte bereits ein direkter Zusammenhang mit der Häufigkeit der Ejakulation und dem Auftreten einer Prostataerkrankung nachgewiesen werden. Bereits eine Ejakulation von weniger als drei Mal pro Woche stellt einen erheblichen Risikofaktor dar. Die Ejakulation von mehr als drei Mal pro Woche senkt das Risiko auf eine Erkrankung um 30 %. Das liegt daran, dass durch die Ejakulation krebserregende Substanzen aus der Prostata herausgespült werden.

Wie ist die Prostata aufgebaut?

Die Prostata verfügt über mehrere Ausführungsgänge, die direkt in die Harnröhre führen. Darüber hinaus besteht dieses Organ vorrangig aus zahlreichen Einzeldrüsen, die das spezielle Sekret produzieren. Ein ausgewachsener Mann verfügt durchschnittlich über 30 bis 50 Einzeldrüsen innerhalb seiner Prostata.
Bei einem durchschnittlichen, ausgewachsenen Mann gleicht die Prostata sowohl in ihrer Größe als auch in ihrer Form einer Kastanie.

Sowohl bei einer medizinischen Untersuchung als auch im sexuellen Kontext wird die Prostata erreicht, indem die durchführende Person ihren Finger an der Unterseite des Schließmuskels entlang so tief in den After einführt, bis sie an die leicht erkennbare Drüse gelangt.

Weibliche Prostata

Weibliche Säugetiere verfügen hingegen nicht über eine Prostata. Stattdessen verfügen Frauen und andere weibliche Säugetiere über die sogenannte Paraurethraldrüse. Diese stellt das weibliche Gegenstück zu Prostata dar.

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