Stuhlinkontinenz – viele sind betroffen

Stuhlinkontinenz ist weit verbreitet und kann in jedem Alter auftreten. Informieren Sie sich hier, was die Ursachen sind und was Sie tun können.

Viele Menschen leiden darunter, doch in Gesprächen ist Stuhlinkontinenz noch immer ein großes Tabuthema. Die psychische Belastung für Betroffene ist oft sehr groß, Scham spielt hierbei eine große Rolle. Wie genau diese Form der Inkontinenz definiert wird, zeigt eine kurze Zusammenfassung zu Symptomen, Ursachen und Therapiemethoden.

Stuhlinkontinenz - viele sind betroffen

Was ist Stuhlinkontinenz?

Allgemein wird Stuhlinkontinenz als die Unfähigkeit beschrieben, Flatulenzen und den eigenen Stuhlabgang kontrolliert zurückzuhalten. Kot und Winde entweichen unwillkürlich, was Betroffenen besonders in Gesellschaft sehr unangenehm ist und auch körperliche Beschwerden wie Hautreizungen mit sich zieht. Die Körperhygiene leidet enorm, wie auch die persönliche Lebensqualität der Betroffenen. Stuhlinkontinenz kann von Geburt an auftreten, alters- und krankheitsbedingt erscheinen, oder temporär bei bestimmten Belastungen des Körpers auftreten.

Warum treten die Symptome auf?

Verantwortlich für die Funktion, den eigenen Stuhl zurückzuhalten, ist das Kontinenzorgan, auch Schließmuskel genannt. Verschiedene Belastungen des Organs schränken die Funktionsweise ein und sorgen für die unangenehmen Symptome. Je nach Grad der Schädigung des Organs tritt die Stuhlinkontinenz in unterschiedlichen Schweregraden auf.

Ursachen für Stuhlinkontinenz

Die Ursachen für Stuhlinkontinenz können in unterschiedliche Kategorien eingeteilt werden, welche wiederum ein gewisses Spektrum an zugrundeliegenden Krankheitsbildern eröffnet. Abhängig von der Art der Ursache ist später auch die Therapie.

Nervenbedingte Ursachen

Schlaganfälle, Querschnittslähmungen und Multiple Sklerose sind Beispiele für Schädigungen der Nervenbahnen und der Impulsverarbeitung. Auch bestimmte Tumorenarten können die Übertragung von Informationen im Nervensystem stören. Das Gehirn kann den Kontinenzmuskel nicht steuern, wenn die Nerven entsprechende Impulse nicht mehr weiterleiten oder Transmitter im Hirn diese Impulse gar nicht erst senden können.

Sensorische Störungen

Der Verlust der sensiblen Wahrnehmung im Bereich des Afters ist neben nervlich bedingten Ursachen der häufigste Grund für temporäre oder chronische Stuhlinkontinenz. In besonders schweren Fällen von Durchfall kann Stuhlinkontinenz eine Begleiterscheinung sein, da der Darmverschluss nicht eng genug ist, um allzu dünne Flüssigkeit unter Druck zurückzuhalten. Durchblutungsprobleme zum Beispiel aufgrund von Druckstellen bei zu wenig Bewegung oder besonders hohem Körpergewicht können eine weitere Ursache für kurzzeitig auftretende Stuhlinkontinenz sein.

Psychische Ursachen

Bei allzu langem Zurückhalten des Stuhls kann eine Überdehnung des Enddarms auftreten, die kurzweilig ähnliche Symptome nach sich zieht wie eine krankheitsbedingte Stuhlinkontinenz. Sollte das Problem häufiger auftreten, könnten psychische Faktoren der Grund für Ihren unregelmäßigen Gang auf die Toilette sein. Suchen Sie in diesem Fall einen Arzt für ein beratendes Gespräch auf. Eine weitere häufige Ursache, die auf eine besondere psychische Belastung hinweist, ist das Phänomen der Regression – Betroffene fallen in frühkindliche Verhaltensweisen zurück, wozu auch das Einkoten gehört.

Muskuläre Störungen

Unfälle und Operationen im Rektalbereich können ebenfalls Stuhlinkontinenz hervorrufen. Bei den meisten Eingriffen klingen die Symptome im Verlauf der Heilung allerdings ab. Invasive Eingriffe aufgrund von Tumoren im Darmbereich, Fisteln oder im Zusammenhang mit der Geburt eines Kindes können den Kontinenzmuskel temporär schädigen, sodass dieser nicht mehr schließen kann.

Kritisch für die Gesundheit: Offene Wunden

Härmorrhoiden oder ein Rektrumprolaps sind besonders risikobehaftete Ursachen für Stuhlinkontinenz. Die Erkrankungen ziehen im schlimmsten Fall eine Vorstülpung der Haut um den After mit sich, die Haut ist gereizt und besonders anfällig für Entzündungen. Häufig treten offene Wunden und Blutungen auf, die eine intensive medizinische und hygienische Pflege verlangen.

Stuhlinkontinenz nach einer Geburt

Ein Dammbruch während der Geburt eines Kindes ist die häufigste Ursache für Stuhlinkontinenz bei Frauen unter 50. Da die Wunde mit einer Naht verschlossen werden muss, sind Versuche des Zurückhaltens außerdem sehr schmerzhaft. Eine Besserung der Symptome tritt meist schon wenige Tage nach der Geburt auf.

Stuhlinkontinenz bei Kindern

Ab einem Alter von 4 Jahren wird das regelmäßige Einkoten bei Kindern – ob gewollt oder krankheitsbedingt – als Enkopresis bezeichnet. Eine psychiatrische Untersuchung in diesen Fällen ist ratsam, um psychische Ursachen oder eine Entwicklungsstörung für das frühe Erscheinen der Symptome ausschließen zu können.

Nicht weniger ungewöhnlich ist Enuresis bei Kindern, also das Einnässen tagsüber. In unserem Artikel über Enuresis können Sie sich informieren, was Sie tun können.

Beckenbodensenkung im Alter

Altersbedingte Bindegewebsschwäche und der Abbau der Beckenmuskulatur begünstigt Stuhlinkontinenz teilweise erheblich, sodass die Symptome in der Regel bei Menschen über 35 Jahren auftreten. Der natürliche Druck auf den Kontinenzmuskel steigt, während die Leistung des Muskels schwindet.

Behandlung und Therapiemethoden

Je nach Schwere der Stuhlinkontinenz sind verschiedene Methoden zum Umgang mit den Symptomen zu empfehlen. Wichtig ist dabei, die Lebensqualität des Betroffenen größtmöglich zu erhöhen. Dabei sollten allzu unangenehme Prozeduren und ihr hygienischer beziehungsweise medizinischer Nutzen individuell abgewogen und an die Bedürfnisse des Betroffenen angepasst werden.

Medikamentöse Behandlungsmethoden

Je nach Ursache sollte der Stuhlgang möglichst eingeschränkt oder auf kurze Zeiten begrenzt werden. Die häufigste Methode des Umgangs mit Stuhlinkontinenz ist die regelmäßige Einnahme stark abführender Mittel, um den Stuhlgang planen und entsprechend vor- und nachbereiten zu können. In bestimmten Fällen werden auch verstopfende Mittel verabreicht, um die Häufigkeit des Stuhlgangs zu reduzieren. Aufgrund der hohen psychischen Belastung der Betroffenen helfen zusätzliche Psychopharmaka, den Stress auf einem minimalen Level zu halten.

Hygiene ist das A und O

Unerlässlich sind zusätzliche Hygieneartikel wie San Seni Alvi Einlagen für Stuhlinkontinenz, Feuchttücher und desinfizierende Mittel. Da die Haut am After wie bei einem Kleinkind schnell gereizt durch bakterielle Angriffe und Reibung reagiert, sind geeignete Hautpflegeprodukte zu empfehlen.

Wie Sie die Haut richtig pflegen und reinigen, können Sie in unserem Artikel über richtige Hautpflege bei Inkontinenz lesen.

Eine fachkundige Beratung und Behandlung

Sollten Sie Symptome verspüren, scheuen Sie sich nicht, einem Arzt von Ihren Problemen zu berichten. Gerade die medikamentöse Behandlung sollte unbedingt durch einen Fachmann überwacht werden.

Das Tragen von speziellen Einlagen hilft Ihnen ein Stück Freiheit im Alltag wieder zurück zu gewinnen. Wir beraten Sie gerne in allen Fragen rund um Inkontinenzeinlagen – ganz diskret. Rufen Sie uns an unter 030/20 62 176 100!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.