8 Risikofaktoren für Inkontinenz

Risikofaktoren für Inkontinenz gibt es viele: Alter, Geschlecht, Lebensstil. In Deutschland sind etwa zehn Millionen Menschen von einer oder mehreren Formen der Inkontinenz betroffen. Genaue Zahlen gibt es nur wenige, da viele Betroffene nicht in Statistiken erfasst sind, die meisten von ihnen leiden still. Mit einer Harninkontinenz muss sich aber niemand abfinden – es gibt eine ganze Reihe von Behandlungsmöglichkeiten.

Risikofaktoren für Inkontinenz

Was führt zur Inkontinenz

Inkontinenz kann jeden treffen. Sie ist nicht an Alter oder Geschlecht gebunden. Es gibt jedoch Faktoren, die die Entwicklung einer Inkontinenz fördern. Sie zu kennen kann helfen, vorzubeugen und deren Einfluss zu minimieren.

1. Alter – einer der wesentlichen Risikofaktoren für Inkontinenz

Einer der wesentlichen Risikofaktoren für Inkontinenz ist das Alter. Denn mit zunehmendem Alter verändert sich der Körper. Für Frauen bedeutet das, dass mit den Wechseljahren der Östrogenspiegel sinkt. Das Bindegewebe verliert an Stabilität und Spannkraft, deswegen senken sich Organe wie Blase oder Gebärmutter ab. Diese Veränderungen im Bauchraum sind oft der Auslöser für Harninkontinenz bei Frauen. Bei Männern verändert sich im Alter die Prostata. Das ist der Hauptgrund für Harninkontinenz bei Männern.

2. Risikofaktor Geschlecht

Von Harninkontinenz sind vorwiegend Frauen betroffen. Besonders bei jüngeren Frauen macht sich der körperliche Unterschied bemerkbar. Ihr Körperbau ist für das Gebären eingerichtet, das Bindegewebe ist flexibler, der Beckenboden größer, die Muskulatur weniger stark. Schwangerschaften und Geburten nehmen dieses Bindegewebe und die Muskulatur stark in Anspruch. Mit der Zahl der Geburten steigt auch das Risiko für Inkontinenz.

Bei Männern kommt Harninkontinenz bis etwa zum 50. Lebensjahr vergleichsweise selten vor. Dies hat seine Ursache vor allem in einem stabileren Schließmuskelmechanismus. Erst später, wenn sich die Prostata vergrößert, kommt es zu Inkontinenzerscheinungen. Denn eine vergrößerte Prostata drückt auf die Blase und die Harnröhre. Sie wird so zum Abflusshindernis für den Urin. Ein Hinweis auf eine vergrößerte Prostata können häufiger Harndrang und das Gefühl der unvollständigen Blasenentleerung sein. Auch ein schwächerer Harnstrahl kann ein Anzeichen sein.

3. Risikofaktor Lebensstil

Falsche Ernährung und Trinkgewohnheiten können zu Übergewicht führen – einer der wesentlichen Risikofaktoren für Inkontinenz. Denn die inneren Organe und das Fettgewebe im Bauchraum belasten bei Übergewicht verstärkt den Beckenboden. Der kann sich senken, besonders, wenn er nicht trainiert oder durch Schwangerschaften vorbelastet ist. Bewegungsmangel erhöht das Risiko für Inkontinenz. Zudem steigt mit zunehmendem Gewicht die Schwere der Inkontinenz. Falsche Ernährung kann auch zu Verstopfung führen. Wenn man dann beim Stuhlgang presst, erhöht sich der Druck im Bauchraum zusätzlich. Ein ähnliches Problem haben Raucher, besonders die mit Raucherhusten. Der häufige Husten drückt auf den Bauchraum und begünstigt damit Inkontinenz.

4. Zu wenig trinken

Viele Menschen, hauptsächlich ältere, vergessen, ausreichend zu trinken. Wer in beruflichen Zwängen steckt verschiebt oft terminbedingt Aufnahme und Abgabe von Flüssigkeit. Dieses kann sich zu einem der vielen Risikofaktoren für Inkontinenz entwickeln und kann schließlich zu Inkontinenz fördern. Auch zu häufige präventive Toilettengänge sind nicht gut für die Blase. Sie kann „verlernen“, sich zu dehnen und zu füllen. Dann macht sich Harndrang verfrüht bemerkbar.

Lesen Sie in unserem Artikel Richtig trinken bei Inkontinenz (link) wie Sie Ihre Harnblase richtig entlasten und somit Harninkontinenz vermindern können.

5. Risikofaktor Psyche

Stress ist nicht gut für die Seele – und für die Blase. Alltagssorgen, Stress und Aufregung belasten das Nervensystem, das auch die Blase steuert. Depression, Nervosität und Lampenfieber sind oft mitverantwortlich für Harninkontinenz. Auch Probleme in der Beziehung und der Sexualität können auf die Blase gehen. Oftmals hat Harninkontinenz, besonders bei Frauen, keine körperliche Ursache, sondern ist Folge emotionaler Anspannung.

6. Risikofaktor Belastung

Berufliche Tätigkeiten, die starkes Heben verlangen, drücken auf den Unterbauch und sind belastend für die Blase. Das gilt auch für Kraftsportarten wie Gewichtheben. Schwimmen, Radfahren oder Yoga dagegen sind gut für den Beckenboden. Ständiges Husten und das Pressen beim Stuhlgang können ebenfalls Inkontinenz fördern.

7. Risikofaktor genetische Disposition

Viele Krankheiten gehen auf erbliche Faktoren zurück. Auch Inkontinenz kann in manchen Familien überproportional häufig erscheinen. Bindegewebs- und Muskelschwäche können ererbt sein. Untersuchungen ergaben, dass Kinder mit einer 43 % höheren Wahrscheinlichkeit Inkontinenzprobleme bekommen, wenn auch schon ein Elternteil betroffen war. Sind es beide Elternteile, steigt die Wahrscheinlichkeit für das Kind schon auf 77 Prozent. Dagegen liegt die Wahrscheinlichkeit bei nur 15%, wenn kein Elternteil vorbelastet war.

8. Risikofaktor medizinische Behandlung

Operationen – zum Beispiel die Entfernung der Gebärmutter oder der Prostata – und Bestrahlungen des Unterleibs können Inkontinenz fördern. Auch Medikamente, etwa gegen Bluthochdruck, Schmerzmittel und Antidepressiva, können die Ausbildung einer Inkontinenz verursachen oder eine bestehende Inkontinenz verstärken.

Inkontinenz ist in jedem Fall behandelbar. Begeben Sie sich rechtzeitig in ärztliche Betreuung! Zwischenzeitlich sollten Sie sich mit Beckenbodentraining – das beste Mittel gegen Inkontinenz vertraut machen. Zur zusätzlichen Absicherung helfen Ihnen Inkontinenzprodukte wie Einlagen und Pants.

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