Prostata Untersuchung

Zahlreiche Männer scheuen sich vor dem Besuch beim Urologen. Das ist vor allem dann der Fall, wenn dieser an der Prostata eine Untersuchung oder Behandlung durchführen will. Während einige Männer fortwährend über dieses Thema scherzen, vermeiden andere das Gespräch über die Prostata Untersuchung vollständig. Aufgrund zahlreicher dramatischer Darstellungen der Untersuchung zögern viele Männer den Besuch beim Urologen heraus.

Unter Umständen kann dieses Vorgehen jedoch fatale Folgen haben. Eine akute Prostataerkrankung kann die Entstehung von Krebs und anderen Krankheiten begünstigen und auf diese Weise zu schweren Schäden der inneren Organe führen. Unerkannt verläuft Krebs in den meisten Fällen tödlich. Dennoch kann selbst ein zu spät erkannter Krebsbefall das Leben des Betroffenen maßgeblich einschränken. Aus diesem Grund ist die Prostata Untersuchung überaus wichtig und sollte von den Betroffenen niemals hinausgezögert werden.

Das Gespräch vor der Prostata Untersuchung

Die meisten Urologen sind sich der Scheu ihrer Patienten bewusst und versuchen deshalb, die Angst vor der Untersuchung zu nehmen. Aus diesem Grund sind viele Experten dazu übergegangen, vor einer Prostata Untersuchung stets ein intensives Gespräch mit dem Patienten zu führen. Meist beginnt die Untersuchung deshalb bereits im Wartezimmer des Facharztes.

Der Fragebogen

Bevor der Patient das Behandlungszimmer des Urologen zum ersten Mal betritt, wird ihm oftmals ein Fragebogen von einem der Angestellten des Arztes überreicht. Dieser muss vor der Behandlung vollständig ausgefüllt werden und erhebt zahlreiche Daten, die vor allem für das Risiko des Patienten, an einer Prostataerkrankung zu leiden, von entscheidender Bedeutung sind. Teilweise werden diese Fragen jedoch auch im persönlichen Gespräch mit dem Arzt geklärt, um die Angst vor der Untersuchung abzumildern. Hauptsächlich geht es dabei um den aktuellen Gesundheitszustand der Patienten.

Wasserlassen und Ejakulation

Der Arzt erkundigt sich ausführlich nach dem Befinden des Patienten während des Wasserlassens sowie der Ejakulation. Dabei legt der Urologe insbesondere Wert auf die Schilderungen des Patienten über die Menge des Urins beim Wasserlassen sowie die Konsistenz des Ejakulats, da diese beiden Flüssigkeiten Aufschluss über viele Erkrankungen der Prostata geben. Weiterhin wird ebenfalls nach eventuellen Vorerkrankungen sowie familiären Belastungen gefragt. Häufige Blasenentzündungen oder das Auftreten von Nierensteinen begünstigen das Auftreten von Prostataerkrankungen. Weiterhin werden viele Erkrankungen von genetischen Faktoren begünstigt, sodass auch Krankheitsfälle Verwandter Aufschluss über das Risiko des Patienten geben können.

Die Libido

Danach wird sich der Arzt auf die Libido des Patienten konzentrieren. Häufig fragt der behandelnde Arzt deshalb nach der Häufigkeit der Samenergüsse innerhalb eines bestimmten Zeitraums sowie der allgemeinen Lust des Patienten auf Sex. Diese Daten können jedoch nur dann ausgewertet werden, wenn eine klare Tendenz zu erkennen ist. Deshalb befragt der Urologe den Patienten ebenfalls über das sexuelle Verlangen des Patienten in jungen Jahren.

Die Prostata Untersuchung

1. Die rektale Einführung

Nachdem die Befragung des Patienten abgeschlossen wurde, beginnt der Arzt mit der ersten von drei Untersuchungen. Dabei handelt es sich um die rektale Einführung. Vor dieser wird der Arzt jedoch ebenfalls Hoden, Penis und Bauch des Patienten gründlich abtasten, um sicherzustellen, dass alle inneren Organe gesund sind. Dabei ist es erforderlich, dass der Arzt die Vorhaut des Penis zurückführt und den gesamten Intimbereich auf Verhärtungen und Knoten überprüft. Erektionen der Patienten sind dabei völlig normal.

Im Anschluss daran legt sich der Patient auf die Seite und nimmt eine embryonale Stellung ein. Auf diese Weise kann der Arzt die Prostata besonders einfach erreichen. Für die Prostata Untersuchung wird meist ein den Finger oder die gesamte Hand umschließender Gummihandschuh verwendet. Der einzuführende Finger wird dabei mit reichlich Gleitgel überzogen, sodass der Eingriff für den Patienten so schmerzlos wie möglich geschieht. Dabei ist es jedoch wichtig, dass sich der Patient entspannt, da Anspannungen zu starken Schmerzen führen können. Während der Untersuchung wird der Arzt die Größe der Prostata ermitteln und überprüfen, ob diese verhärtet ist. Durch die Ausübung von Druck kommt es bei den meisten Patienten zu einem spontanen Orgasmus mit Samenerguss. Insgesamt dauert diese Untersuchung meist 30 Sekunden.

2. Die transrektale Ultraschalluntersuchung

Nachdem die rektale Einführung abgeschlossen wurde, folgt unter Umständen die transrektale Ultraschalluntersuchung. Diese ist immer dann notwendig, wenn der Arzt das Gefühl hatte, eine Verhärtung ertasten zu können. Dabei wird eine Sonde über den After eingeführt, welche die Prostata mithilfe von Ultraschallwellen untersucht. Diese Untersuchung ist meist etwas unangenehmer und dauert über eine Minute. Sollte der Verdacht nicht vollständig ausgeräumt werden können, wird etwas Gewebe der Prostata mithilfe einer dünnen Nadel entnommen.

3. Der PSA-Test

Eine Alternative zur herkömmlichen Prostata Untersuchung stellt der sogenannte PSA-Test dar. Dabei wird dem Patienten Blut entnommen und hinsichtlich des prostataspezifischen Antigens (PSA) untersucht. Bei einer überdurchschnittlichen Konzentration des Antigens besteht die Gefahr auf Prostatakrebs. Der einzige Nachteil dieses Verfahrens liegt darin, dass man aufgrund mangelnder Daten aktuell noch keinen exakten Grenzwert benennen kann.

Warum ist die Vorsorge sinnvoll?

Viele Männer scheuen sich vor einer Prostata Untersuchung, meist aus undefinierbaren Gründen. Eine aufgeschobene Prostata Untersuchung kann jedoch fatale Folgen haben. Bei Prostatakrebs handelt es sich um die bei Männern am häufigsten auftretende Krebsart. Trotz frühzeitiger Erkennung kann diese Krankheit noch immer nicht zuverlässig behandelt werden. Wird sie zu spät erkannt, müssen neben der Prostata ebenfalls die Blase sowie die Harnröhre vollständig entnommen werden. Aus diesem Grund ist es anschließend stets erforderlich, einen künstlichen Harnweg zu legen. Die Prostatavorsorge stellt aktuell die einzige medizinisch anerkannte Methode zur effektiven Vorsorge sowie Früherkennung dar.

Das liegt vor allem daran, weil diese Methode über die bislang höchste Treffsicherheit verfügt. In nahezu 80 % aller Fälle kommt diese Untersuchung zu einem richtigen Ergebnis. Lediglich in 20 % aller Fälle erfolgt eine Falschdiagnose, sodass gesunde Männer behandelt oder erkrankte Männer entwarnt werden.

Typische Prostataerkrankungen

Die Prostata ist eines der empfindlichsten inneren Organe und kann daher von zahlreichen unterschiedlichen Erkrankungen betroffen werden. Aktuell ist es nicht immer möglich, im Rahmen der Prostata Untersuchung eindeutig festzustellen, um welche der Erkrankungen sich handelt. Das liegt vor allem daran, dass diese meist mit ähnlichen Symptomen einhergehen.

Eine der am häufigsten auftretenden Erkrankungen ist die Prostatavergrößerung. Dabei handelt es sich um eine gutartige Gewebewucherung, die zu einer vergrößerten Prostata führt und dadurch Probleme beim Wasserlassen verursachen kann.

Darüber hinaus tritt ebenfalls häufig eine Prostataentzündung (Prostatitis) auf. Diese Krankheit kann sowohl bakteriell als auch abakteriell ausgelöst werden. Beide Formen unterscheiden sich stark hinsichtlich ihrer Symptome und Behandlung.

Neben Prostatakrebs wird ebenfalls häufig eine sogenannte Prostatahypertrophie diagnostiziert. Dabei handelt es sich um eine gutartige Wucherung, die häufigen Harndrang verursacht, da sie Druck auf die Blase ausübt.

Prostataerkrankungen werden mit zunehmendem Alter immer häufiger

Erkrankungen der Prostata treten in Deutschland überaus häufig auf. Bei Prostatakrebs handelt es sich um die bei Männern am häufigsten diagnostizierte Krebsart. Insgesamt liegt bei 26 % aller krebskranken Männer Prostatakrebs vor. Darüber hinaus liegt bei Prostatakrebs eine besonders hohe Sterblichkeit vor. Bei über elf Prozent aller Erkrankten führt die Krankheit zum Tod. Dadurch ist Prostatakrebs die Krebserkrankung, die am dritthäufigsten zum Tod des Erkrankten führt.

Aktuell geht man davon aus, dass stets mehr als 15 Prozent aller in Deutschland lebenden Männer an einer Prostataerkrankung leiden. Das liegt vor allem daran, dass das Risiko auf eine Prostataerkrankung mit zunehmendem Alter immer weiter steigt. Vor dem 50. Lebensjahr treten diese Erkrankungen in der Regel nicht auf. Danach steigert sich das Risiko jedoch mit jedem Jahr deutlich. Während bereits ca. 13 % aller Männer im Alter von 70 Jahren an einer Prostataerkrankung leiden, liegt diese bei über 90% aller Männer im Alter von 90 Jahren vor.

Fazit

Männer. die große Scheu vor einer Prostata Untersuchung haben, sollten versuchen Ihre Scheu abzulegen. Die eigene Gesundheit hängt maßgeblich vom eigenen aktiven Handeln ab. In Anbetracht des demographischen Wandels, bei dem die Menschen immer älter werden, sollte die eigene Lebensqualität über alle Lebensjahre hinweg das höchste Ziel sein. Eine Prostata Untersuchung hilft dieses Ziel zu erreichen.

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